Wenn die Frage gestellt würde: „Glaubst du an……?“ oder „Glaubst du das….?“ dann wird die Frage aus einem „Nicht Wissen“ heraus gestellt. Jemand sucht eine Antwort und fragt dich: „Glaubst du eigentlich dass…..?“ Jemand weiß etwas nicht und fragt dich um Rat. Der andere weiß dann die Antwort oder er weiß sie nicht. Er kann eine Vermutung aufstellen und sagen: „Ich glaube schon dass…..!“. Aber weiß er es, oder weiß er es nicht!? Wenn man etwas nicht weiß, stellt man meistens eine Vermutung auf. Eventuell kann man den anderen damit sogar verunsichern, weil man seinen eigenen Glauben auch noch dem anderen mitteilt. Jetzt wird über etwas gesprochen, worüber beide keine Wissen haben. Das führt zu Verwirrung. Und über diesen Glauben, diese Vermutung kann man Endlosdiskussionen führen. Es spricht nichts dagegen, dass zu tun. Aber wofür ist es gut? Was kommt am Ende dabei raus? Wem hilft es, über etwas zu sprechen, was man nicht weiß, sondern nur glaubt?

Viele Menschen machen das. „Meinst du er mag mich?“ „Glaubst du sie findet mich wirklich nett?“, „Ob er/sie mich wohl mag“, „Was denken sie wohl über mich“, “Was wird wohl mein Chef dazu sagen?“ usw… Solche Fragen sind eine ganz tolle Beschäftigung. Manche Leute stellen sich solche Fragen andauernd, und zwar innerlich. Sie sprechen mit sich selbst und erörtern Für und Wider. Sozusagen wird aus dem nichts heraus, eine Gedankendiskussion geführt. In vielen Fällen ist es auch Angst oder Unsicherheit die dazu führt, dass man sich besser vorab schon mal eine Antwort parat legt. Alle Eventualitäten werden abgecheckt und man bereitet sich so gut wie möglich vor. In manchen Dingen ist das auch sinnvoll. Das bedeutet ja nicht, dass man zum Beispiel unvorbereitet in eine Besprechung geht. Hier ist die Angst von Nutzen und man bereitet sich vor. Man kann sich aber auch ein wenig auf die eigene Intuition verlassen. Auf seine eigene Kraft. Man kann sich Selbst-Vertrauen und wissen, dass man in den Momenten wo es drauf ankommt, angemessen und richtig reagiert.

Beim Meditation and Friends Retreat 2011 im Pauenhof fotografiert

Wenn die Frage lauten würde, glaubst du an den Weihnachtsmann? Wie wäre die Antwort darauf? Im Grunde ist sie klar, nur scheinen manche ungeprüft Dinge zu glauben, die sie von anderen erfahren haben. Das ist auch in Ordnung so. Es führt sie auf den Weg der Suche und sie werden heut oder morgen selbst die Erfahrung machen. Jeder erfährt irgendwann seine eigene Wahrheit und dann ändert sich vielleicht sogar sein Glaube.

Der Ursprüngliche Glaube wird dann zu einer Erfahrung zu einem Wissen. Jeder Glaube kann sich irgendwann änder! Welchen Sinn hat also der Glaube? M.E gar keinen. Wenn ich anfange zu glauben, dann beschäftige ich mich gedanklich mit Dingen, die ich einfach nicht weiß oder nicht ausprobiert habe. Wozu also innerlich einen Zwist aufbauen, den ich im Vorfeld schon vermeiden kann. Entweder ich weiß es oder nicht. Entweder finde ich es heraus oder ich lasse es bleiben. Letzteres hilft mit Sicherheit zu einem friedvolleren Leben. Zumindest innerlich. Ausserdem ist da noch, das Wissen, die Hingabe und die Demut an Dinge die man nicht kontrollieren und wissen kann. Und das, wo man doch weiß, dass sowieso alles seine Richtigkeit haben wird.Wenn wir das nicht wissen und glauben alles kontrollieren zu können, dann glauben wir auch, dass das Universum nicht richtig funktioniert und wir das besser in die Hand nehmen sollten. Das Vertauen fehlt.

Auf der anderen Seite ist der Glaube auch eine gute Sache. Es ist hilfreich sich innerlich der Vorstellung zu widmen, dass es da jemanden oder etwas gibt, das einen unterstützt. Es kann Kraft geben und man fühlt sich getragen von etwas, was man mit Worten nicht beschreiben kann. Wenn wir nicht an etwas Glauben würden, dann würden wir viele Dinge nicht erforscht haben. Der Glaube macht uns also auch Neugierig. Aber dies sind eher Gefühle. Sie entstehen einfach. Etwas treibt einen voran und man macht sich auf den Weg. Es geschieht von ganz allein. Das Vertrauen in ein vollkommenes und richtiges Leben ist einfach da. Man weiß, dass alles seine Richtigkeit hat. Zudem sollte eine klare Unterscheidung zwischen Hoffen und Glauben gemacht werden. Manche scheinen zu Glauben und Hoffen dabei in Wirklichkeit. Wobei Hoffen meistens aus einem Mangel heraus entsteht.

Für mich ist in erster Linie wichtig, nicht aus einem „Glauben“ heraus zu sprechen, sondern aus einer „Erfahrung“ heraus. Wenn ich anderen mitteile was ich glaube, ist das gut und schön. Jedenfalls wenn sie mich ganz speziell nach dem gefragt haben, was ich glaube. Eigentlich könnte ich mir die schönste Geschichte ausdenken und sagen: „Ich glaube dass…….!“. Es ist ja nicht beweisbar. Woher soll der andere wissen, ob das was ich glaube richtig oder falsch ist. Es mag vielleicht inspirieren um es selbst zu erforschen. Aber mein Glaube ist mein Glaube.

Und jeder hat seinen eigenen Glauben, egal an was. Aber der Glaube ist nicht Gesetzt. Jeder hat seinen eignen Glauben und seine eigene Hoffnung. Er gilt nicht für die ganze Welt. Die Fragen sollte demnach vielleicht nicht lauten: „Wozu ist der Glaube eigentlich da?“ Sondern: „Wohin hat dein Glaube dich geführt?“

Advertisements