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Der Krieg im eigenen Inneren.

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Asylanten, Migranten, Flüchtlinge, Roma und viele weitere Begriffe mussten erfunden werden, weil wir die Welt in Länder getrennt haben und die Menschheit in Rassen gespalten wurde. Doch die Welt gehört weder dir, noch den Deutschen, den Amerikanern, den Chinesen, Russen oder wem auch immer. Sie gehört auch nicht den Gläubigen oder den Ungläubigen, auch nicht den Beschützern und den Schutzlosen, auch nicht den Rechthabern und Dummen und nicht den Besserwissern und Ruhigen. Es ist der eigene Geist, der an diesem dualistischen Denken festhält. Mal begründet er so, dann mal wieder so. Heute ist eine Sache gut, weil es zu der heutigen Stimmung passt oder weil andere es auch toll finden und morgen, wenn sich eine große Menge in eine andere Richtung bewegt, dann ist es wieder schlecht. Leider folgen die meisten Menschen solchen Bewegungen ohne ihren eigenen Verstand zu benutzen.

Vielleicht hat sich dein Geist auch schon dran gewöhnt, dass das hier dein Deutschland ist und dass hier Menschen aus anderen Ländern falsch sind. Vielleicht hast du Angst vor diesen Menschen die voller Testosteron und Energie sind, weil sie dich aus deinem Dornröschenschlaf wecken in dem du geglaubt hast, das du etwas besitzen und beherrschen könntest, wofür du jahrelang geschuftet und geackert hast, damit es dir gut geht. All die Jahre, wo du dich kaputt gemacht hast und nun kommen da irgendwelche Leute daher, die Anspruch auf das erheben, was so lange dir gehörte. Jeden Tag die harte Arbeit, damit du überleben kannst und dir von 365 Tagen im Jahr 28 Tage Urlaub nehmen kannst. Niemand möchte, dass ihm etwas weggenommen wird, vor allem wenn du es für dich und dein Lebewohl erwirtschaftet hast.

Ziemlich eigensinnig, aber so geht es doch den meisten. Wer arbeitet denn noch für das System oder für das Wohl der Menschen auf der ganzen Welt. Vielleicht tust du es, und du regst dich tatsächlich nicht darüber auf, dass nun auch andere Anspruch auf das erarbeitete nehmen. Es war ja dein Ziel, dafür zu sorgen, dass es jedem Menschen gut geht. Das ist doch unser aller Ziel, oder? Vielleicht ist es dir aber auch wichtiger für dich allein zu beanspruchen. Da kann man natürlich verstehen, dass du nun Angst hast. Mit einer solchen Geisteshaltung ist nicht zu spaßen, denn solch ein Geist kann sehr ungemütlich werden, wenn es darum geht, etwas abzugeben oder zu teilen.

Aber was glaubst du eigentlich, was hier tatsächlich dir gehört? Überprüfe es doch mal auf geistiger oder körperlicher Ebene! Gehört dir zum Beispiel deine Atmung? Deine Atmung begleitet dich so lange du lebst. Genauer gesagt, lebst du solange du atmest. Aber gehört sie dir? Sie ist immer bei dir, sie ist das, was am längsten und am nächsten bei dir ist. Wenn sie wirklich dir ist, dann halt sie doch mal zwei Minuten an. Oder lass es uns nicht gleich übertreiben, nehmen wir mal 55 Sekunden. Sie gehört doch dir, halt sie an! Na gut, du kannst sie vielleicht bis zu einem gewissen Maß kontrollieren, aber wenn sie aufhört, hört sie einfach auf und dann kannst machen was du willst.

Oder, nehmen wir mal das Leben an sich. Was hast du zu dieser Welt beigetragen? Hast du dafür gesorgt, dass kein Lebewesen auf diesem Planeten jemals Leid erfahren muss?

Vielleicht teilst du immer fleißig schöne Zitate und Aussagen über das, was alles nicht gut ist und evt. schmückst dich nun auch mit der Mitgefühlsflagge für all die Menschen die in einem Wirtschaftskrieg gestorben sind, weil die Menschheit-zu der du auch gehörst- Grenzen erschaffen hat und deine Mitmenschen immer weiter zerspaltet. Mir tut das auch sehr leid, mir tun aber auch die Millionen Menschen leid, die an Hunger sterben.

Aber sei doch mal ehrlich; 95% der Menschheit sorgen im Sekundentakt dafür, dass ein anderer Mensch ein Lebewesen töten muss! Vielleicht schon gleich oder zumindest in der kommenden Woche werden 95% der Menschen ein Stück Fleisch zwischen den Zähnen haben, dass ein anderer Mensch zwangsweise töten musste, damit du in den kommenden Tagen gemütlich allein oder mit Freunden vor dem Fernseher sitzen kannst oder in ein teures Restaurant gehst, um dich mit Gleichgesinnten darüber zu ärgern, wie dumm die Politiker und andere Menschen doch sind. Wie kann man nur sich selbst töten und andere mit in den Tod nehmen? Wie kann man nur?

Schau ruhig mal auf deinen Teller und frage dich, ob das Stück Fleisch, wozu übrigens auch Wurst und Fisch zählt, auf einem Baum gewachsen ist oder ob es irgendjemanden geben musste, der es für dich getötet hat.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass auch du es bist, der jemand anderen in einer Situation hält, in der er vielleicht gar nicht sein möchte, aber keine andere Wahl hat, weil du zu gemütlich bist um selbst ein Tier zu schlachten. Vielleicht denkst du, dass er sich den Job selbst ausgesucht hat und selbst verantwortlich dafür ist, was er tut oder nicht tut. Mit Sicherheit ist er das auch, aber an welcher Stelle tust du Dinge, die du eigentlich gar nicht tun möchtest, die aber erforderlich sind, weil andere Menschen es von dir verlangen? Und vielleicht beanspruchst du deshalb, das gleiche Recht für dich! An welcher Stelle aber, tötest du jeden Tag einen Teil deiner Kreativität, deiner Seele und tust Dinge die eigentlich gar nicht deiner Natur entsprechen.

Willst du uns sagen, dass wenn ein Mensch vor lauter Erschöpfung und Leid in deine Arme fällt, dass du dann sagen würdest „Oh nein, das ist ein Syrer, ein Afghane, ein Moslem, ein Jude, ein Russe, ein Ami“ oder was auch immer. Willst du mir sagen, dass du wirklich einen leidenden Menschen ablehnen würdest, wenn er deine Zuneigung und deine Liebe braucht? Möchtest du jemals erleben, dass wenn du vor Erschöpfung nicht mehr kannst, das dich dann niemand in den Arm nimmt und dich auffängt? Möchtest du wirklich, dass das irgendein Mensch erlebt? Ein Mensch, zu dessen Rasse du ebenfalls gehörst? Bist du so eigensinnig und ist dein Geist so begrenzt. Kannst du beobachten, dass der Geist bei einem Großteil der Menschheit in seinem Denken begrenzt ist?

Der Geist der Menschheit hat sich selbst die Grenzen erschaffen und da er in sich selbst begrenzt ist, können Ergebnisse die aus seiner Begrenztheit kommen nur begrenzte Realitäten sein. Es ist auch die Gemütlichkeit, die keine andere Handlungsweise zulässt. Dein begrenzter Geist ist es, der dich dazu zwingt andere Lebewesen für dich töten zu lassen und du bist es, der das zulässt, weil die Identifikation zu mit ihm zu groß ist.

Jeder kann so viel Fleisch essen wir er mag, aber nicht auf Kosten einer anderen Person, dessen Seele, dessen eigener Geist miterleben muss, wie ein anderes Lebewesen unter seiner Hand stirbt. Füge einem anderen nicht das zu, was du selbst nicht erleben möchtest. Warum lässt du zu, dass jemand anderer töten muss?

Überprüfe dich doch bitte selbst. Bist du nicht immer dabei, wenn du dich ärgerst, fluchst, schimpfst, meckerst, jammerst, klagst, verurteilst, trennst. Oder wenn man dich auslacht, hänselt, missbraucht, besticht, verleugnet, beschimpft? Bekommt ein Teil von dir das nicht immer mit? Du weißt doch im Anschluss immer, was du erlebt hast, oder nicht? Du bist doch dabei? Es ist doch in deinem Unterbewusstsein gespeichert. All die Leiden die du in deiner Kindheit erlebst hast, sind doch noch subtil in dir vorhanden. Und glaubst, jemand der etwas tut, von dem er weiß, dass es eigentlich nicht gut ist, meinst du, das er in einer zufriedenen und harmonischen Welt lebt, wenn er abends nach Hause kommt und getötet hat. Glaubst du das? Wie kann so ein Mensch erwarten, dass ihm Gutes widerfährt? Wie kann jemand erwarten, dass er eine Welt erlebt die friedvoll und harmonisch ist, wenn in seinem Geist, in seinem eigenem Unterbewusstsein, in seinem eigenen Tun, Tod und Leid schlummern?

Ein Geist, der nur für sich denkt und über andere hinweg geht, nur damit er keine Angst vor Unsicherheit haben muss, ein Geist der lieber andere handeln lässt, anstatt selbst zur Tat zu schreiten, in welchem einem Zustand lebt wohl ein Mensch mit solch einer Geisteshaltung ? Wird sein Geist nicht immer ein Bild des Grauens nach außen projizieren, weil sein Innerstes jedes töten miterlebt und im Unterbewusstsein gespeichert hat? Und was müsste dieser Mensch tun, damit in seinem Unterbewusstsein Gute Handlungen gespeichert werden und nach außen projiziert werden? Wie würde solch ein Mensch die Welt wahrnehmen?

Ich kann es dir sagen. Solch ein Mensch lebt ohne Angst, weil er weiß das, das er das Potenzial in sich trägt einen schöpferischen Geist zu haben. Solch ein Mensch lebt niemals im Mangel, sondern im Zustand der Fülle. Er ist sich der Schöpferkraft seines Geistes bewusst und handelt verantwortlich für sich und für alle anderen um ihn herum. Solch ein Mensch ist sich darüber bewusst, dass alles seinen Ursprung im eigenen Geist hat und er kann den Weg zu Quellen zurückverfolgen und klare Entscheidung darüber treffen, ob er diese Quellen weiter unterstützen mag oder nicht. Solch ein Geist ist sich bewusst, dass er Gewalt erleben muss, wenn er Gewalt unterstützt. Solch ein Geist weiß was er tun muss, damit sich seine Wahrnehmungsqualität ändert. Solch ein Geist lebt in sich selbst harmonisch und friedvoll, weil er weiß das er schöpferisch ist. Wo kommen denn all die Gegenstände um dich herum her? Sie sind doch immer erst im Kopf eines anderen Menschen gewesen. Vielleicht als Idee, vielleicht als Vision. Jeder Gegenstand um dich herum, stammt aus dem Kopf irgendeines Menschen.

Wie viele Kriege finden im Sekundentakt in deinem eigenen Inneren statt? „Soll ich mir heute doch mal ne Pizza gönnen? Nein besser nicht, ich wollte doch abnehmen. Ich werde das nie schaffen. Jetzt habe ich was angefangen und halte nicht durch. Aber die anderen sind ja auch nicht besser. Oje, die ist aber dick. So bin ich aber nicht. Ich hasse meinen Job. Wofür mache ich das eigentlich. Ich will nach Hause. Muss meine Kollegin alle 5 Minuten eine rauchen gehen. Rauchen kann tödlich sein. Selber schuld. Pizza oder Nudeln? Jetzt klingelt schon wieder das Telefon, können die mich denn nicht einfach mal in Ruhe lassen. Und die Frisur. Grausam.

Rauchen aber kein Geld für ne ordentliche Frisur. Bald werden wir sowieso alle kein Geld mehr haben, wenn das hier so weiter geht. Die sind alle zu doof um was hinzubekommen. Aber ich hab es ja allen gesagt. So kann es nicht weiter gehen, aber auf mich hört ja niemand. Ich nehm Pizza mit doppelt Käse…“

Überprüfe dich selbst! Wo schlachtest du jeden Tag, wo fällst du grob fahrlässig über dich selbst und andere Urteile? Wen tötest du jeden Tag in Gedanken, Worten oder Handlungen? Wo tust du dir und anderen andauernd weh? Wo sabotierst du jeden Tag? Was sabotierst du jeden Tag? Wen lehnst du ab, wem stimmst du zu? An welcher Stelle trennst du, bevorzugst du, kritisierst du, spaltest du, lügst du, verachtest du?

Wenn du Harmonie erleben willst, dann wirst du nicht daran vorbei kommen, dein Innerstes zu überprüfen, denn es gibt tausende wissenschaftliche Studien darüber (und die wurden auch alle schon zig mal gepostet), dass der Beobachter und das Beobachtete Eins sind. Wenn dir das zu esoterisch klingt, dann schau doch mal wie du die Welt beurteilst und wie du sie erlebst. Wage einfach mal einen Blick zu deinem eigenen Geist, der sehr empfindlich auf das reagiert, was du tust und der keine andere Wahl hat, als dir das immer wieder zu spiegeln. Gehst du sorgsam mit deinem Geist um? Lässt du ihn gutes und schönes erleben? Gehst du verantwortlich mit deinem Geist um, der alles mitbekommt und sich alles merkt was du tust, um dir zu zeigen wer du bist und was du tust?

Worauf ist deine Aufmerksamkeit gerichtet, wenn ein paar Menschen die vor dem Krieg flüchten hierher kommen? Worauf? Siehst du das kritisch oder positiv? Was glaubst du wandert in dein Unterbewusstsein und spiegelt sich nach außen hin für dich wieder? Frieden oder Gewalt?

Wir können unsere Mitmenschen doch nicht grundsätzlich als gewalttätig bezeichnen, oder? Wenn sie das wären, dann würde jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten sie als gewalttätig sehen! Tun sie das? Nein, manche sehen etwas Positives und manche etwas Negatives. Und was siehst du, worauf ist deine Aufmerksamkeit gerichtet? Was spiegelt dir dein Geist wieder? Welche innere Haltung muss dich was im Außen sehen lassen?

Manche lieben zum Beispiel Hunde und manche hassen Hunde. Aber ein Hund ist ein Hund. Er ist einfach nur ein Hund. Genauso ist ein Mensch ein Mensch und es liegt an deiner Sichtweise, wie du es siehst und sehen willst. Wenn du es so oder so sehen willst, kein Problem! Du bist verantwortlich dafür was du in deinem Geist abspeichern möchte und was du zur Gewohnheit werden lasse möchtest. Das Unterbewusstsein ist ein sehr fruchtbarer Untergrund, der gerne alles aufnimmt. Wenn du einen übersäuerten Boden haben möchtest, dann brauchst du nur das schlecht zu sehen und dein handeln negativ sein lassen. Deinem Unterbewusstsein selbst ist das egal, was du tust, es fördert lediglich das wieder in dein Bewusstsein, was du dort abgelegt hast. Was du dort ablegst, ist ganz allein deine Sache und du allein trägst die Verantwortung dafür.

Wir haben die Welt in Länder getrennt und müssen erleben, wie andere Menschen sich das nicht gefallen lassen. Das ist unsere Welt und das ist die Menschheit mit der wir verbunden sind. Wir sind Menschen! Und du bist es der trennt und Trennung erleben musst, weil du es selbst jeden Tag pflanzt. Erkenne das in dir und dir wird noch mehr Erkenntnis zu teil! Innen uns Außen sind nicht getrennt. Probier es aus, es lohnt sich für uns alle.

Schau wieder zum Guten, leg den Schalter um und konzentrier dich so gut es geht, wieder auf das Positive! Bemühe dich jeden Tag. Benutze deinen Willen, das Gute sehen zu wollen. Lege die Absicht an den Tag, es versuchen zu wollen. Halte durch! Mach eine Sache regelmäßig, damit sich wieder Regelmäßigkeit in deinem Leben wiederspiegelt. Bemüh dich andere zu unterstützen und komm aus dem negativen urteilen heraus. Leg den Schalter um und nutze deine Fähigkeit dich konzentrieren zu können. Sei achtsam und aufmerksam, deinen eigenen Gedanken gegenüber. Du weißt doch was du denkst. Versuche nun zu bestimmen, was du denken möchtest und komm aus dem dunklen Gedanken heraus. Beweg dich, werde flexibel und lenk deine Aufmerksamkeit weg von dem was dir missfällt, hin zu dem was du stattdessen möchtest. Nimm dir jeden Abend 2-3 Minuten Zeit um den Tag Revue passieren zu lassen. Hattest du heute eher gute oder schlechte Gedanken? Hast du versucht, dass zu beobachten? Warst du den Tag über aufmerksam? Kannst du jetzt Situationen in deinem inneren suchen, wo du heute was Gutes getan hast? Versuch jede Kleinigkeit zu finden und lass sie in deinem Kopf Revue passieren, damit dein Geist sich dran gewöhnt, etwas Gutes zu finden. Übe so oft du kannst! Versuch es immer wieder, bis du dich dran gewöhnt hast und es für dich völlig normal ist, Lösungsorientiert und konstruktiv zu denken. Es ist nur eine Sache der Übung. Wiederhole jeden Tag eine gute Sache und du wirst dich daran gewöhnen. Dein Geist wird es dir schon sehr bald wiederspiegeln. Probier es auch. Versuch es zumindest. Benutze deine Willen, deine Kraft sich konzentrieren zu können, deine Kraft Bilder in deinem Geist erzeugen zu können, die Kraft den Fokus deiner Aufmerksamkeit bestimmen zu können, deine Fähigkeit eine Wahl treffen zu können!

Wenn du gut drauf bist, sind wir es auch. Versprochen 🙂

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Meditation und der eigene Standpunkt

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Meditation und der eigene Standpunkt

Unser Geist hat viele Strategien entwickelt, die uns regelmäßig das Leben schwer machen. Eine dieser Strategie ist zum Beispiel, die aggressive Verteidigung eines Standpunktes den wir eingenommen haben und nur sehr ungern wieder aufgeben. Die Gründe mögen unterschiedlich sein und wir sind uns in solchen Situationen bestimmt auch ganz sicher, dass wir in Beziehung zu Anderen Recht damit haben. Aber mit etwas Weitblick und einiger Erfahrungen erkennen wir oftmals, dass uns mit Geduld, einiges an Energieaufwand erspart geblieben wäre. Hätten wir die Ruhe bewahrt, dann müssten wir uns jetzt nicht mit dem korrigieren unseres Fehlverhaltens, aufgrund von schädlichen Reaktionen wie Wut und Ärger, die übrigens alle in die Kategorie der Gewalt gehören, beschäftigen. Das bedeutet nicht, dass wir unseren Standpunkt grundlegend aufgeben müssen. Aber mit etwas mehr Mitgefühl gesprochene Worte klingen schon ganz anders, wie eine harte Ansprache die einen anderen gegen die Wand redet und dessen Gefühle wir einfach mit unserer gewaltigen Emotionen niederdrücken. Viele Menschen wissen diese Macht bewusst einzusetzen. Doch der Mangel an Mitgefühl für den anderen in solch einer Situation, kann auf ein fehlendes Verständnis für die eigenen Bedürfnisse nach Gerechtigkeit hin deuten. Wenn wir uns unserer eigenen Gefühle tatsächlich bewusst wären, dann würden wir niemand etwas erfahren lassen, was wir selbst auch nicht erfahren wollen. Wir würden Entscheidungen treffen und eine Handlungsweise ausüben, die für das eigene Wohl und das des anderen sorgt. Eventuell würden wir sogar kurz von uns selbst zurücktreten, um den anderen wieder Raum zu lassen. Das erfordert eine gesunde Selbstsicherheit und einen sehr klaren Kopf, vor allem aber eine gesunde Beziehung zu den Gefühlen die alle Menschen gleich erleben. Es sind ja nicht nur deine oder meine Gefühle, sondern die Gefühle des Mensch-sein überhaupt. Da wir alle Menschen sind, empfinden wir alle das gleiche. Nur die Intensität und der Umgang damit mögen unterschiedlich sein. Aber im Großen und Ganzen sind wir die Menschheit, die Gefühle und Emotionen in unterschiedlicher Intensität erfährt.

Eine Abkapselung als Strategie des Geistes, der sehr von sich eingenommen ist und an seine Alleinherrschaft glaubt, trennt dich von dem anderen und dessen Gefühle und du fängst an, erst deinen Standpunkt und dann dich selbst als Person zu verteidigen.  Die Verbindung wird unterbrochen und aus dieser Trennung heraus, die Angst hervor ruft, entsteht das Gefühl der Absicherung eines Standpunktes. Es entstehen Emotionen wie Wut und Zorn, die jetzt nur noch dafür dienen, sich vor Verletzung und Angriff schützen zu wollen. Wenn wir nur Dinge nachquaken oder von Dingen sprechen die wir selbst nie erfahren haben, dann ist es ganz natürlich, dass man sich Unsicher fühlt. Und da wir uns mit dem identifizieren, was man uns gesagt oder beigebracht hat, fühlen wir uns unsicher, wenn das in Frage gestellt wird. Das Gefühl der Unsicherheit ist im Grunde genommen ein gutes Zeichen dafür, dass man besser mal kurz still ist. So kann man die Unsicherheit nutzen um sich Sicherheit zu verschaffen.

Wenn wir mal ganz genau hinschauen, dann will niemand von uns wirklich wütend oder zornig auf den anderen sein. Wir benutzen die Angst und den Zorn nur, um unsere wirklichen Gefühle zu verbergen. Eigentlich wollen wir alle Gerechtigkeit erfahren. Das drückt allein schon, die in uns allen vorhandene Zuversicht aus. Auf was blickt man denn Zuversichtlich? Natürlich auf das Gute, was uns wiederfahren soll. Wir haben Hoffnung und wollen ein glückliches Leben führen. Darauf arbeiten wir doch alle irgendwie hin. Jeder mit seinen ganz eigenen Fähigkeiten und Talenten.

Der Ausdruck der Wut und des Zorns schottet uns jedoch von dem anderen ab und wir fördern damiBeim Meditation and Friends Retreat 2011 im Pauenhof fotografiertt sogar noch die Trennung. Unser Geist hat uns dazu verleitet einen Standpunkt aufrecht zu erhalten, der für Enge statt für Offenheit sorgt. Wir folgen unbewusst einem Geisteszustand, der sehr klein und begrenzt ist. Wir setzen uns mit diesem engen Teil des Geistes gleich und landen in einer Sackgasse. Wir haben uns mit dem Geist und seinen Vorstellungen identifiziert und fühlen uns nun klein, nur weil ein anderer kein Verständnis für unseren Standpunkt hatte. Wie gemein…für das Ego!

Manch jemand versucht an diesem Punkt auch noch andere mit auf seine Seite zu holen und zieht andere mit in seine Ansichten hinein. Eine ganze Kette von Reaktionen kann gestartet werden und sehr viel dicke Luft verbreiten. Egal um welchen Standpunkt es sich handelt! Da wir uns mit den Ansichten unseres Geistes gleichsetzen, fühlen wir uns persönlich angegriffen. Nur weil jemand nicht unserer Meinung ist und wir unsicher sind, weil wir über etwas gesprochen haben, was wir selbst vielleicht noch nie erfahren haben, setzen wir das mit der Aberkennung unserer ganzen Persönlichkeit gleich und versuchen uns als Person zu verteidigen.

Die Objektivität geht verloren und wenn so ein aufgewühlter Geist erst mal in Aktion ist, holt er gleich auch noch all die unverarbeiteten und aufgestauten Gedanken und Gefühle hoch, die sich jetzt zur vollen Pracht entfalten und endlich mal abgelassen werden können. Streit entsteht und je nach Intensität der Identifikation mit den Gedanken, kann das sehr unangenehm für alle Beteiligten werden.

Nach einer Weile geht so etwas meist wieder vorüber und wir merken, dass andere uns vielleicht doch nicht grundlegend schlecht gesinnt sind und wir doch gar nicht so kleinlich sein wollen, wie wir es uns eingebildet und verteidigt haben. Plötzlich können wir wieder Kontakt mit anderen aufnehmen und alles entspannt sich. Die Identifikation mit dem engen Geist löst sich langsam und wir öffnen uns wieder. Die Luft ist raus und man ist alles losgeworden. Eventuell haben wir zu grob gehandelt und fühlen uns nun schlecht. Wenn wir hier nun wieder aus Schuldgefühlen heraus handeln, haben wir noch nicht wirklich verstanden was passiert ist.

Wir verteidigen immer noch uns als Person, die sich mit einem Ideal identifiziert hat und angegriffen wurde. Ich möchte nochmal deutlich machen, dass es hier nicht darum geht, dass jemand den Kopf hin hält, wenn jemand mit einer Waffe vor ihm steht und abdrücken möchte. Wir sprechen darüber, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass jemand eine Waffe in die Hand nimmt und jemand anderen verletzen oder sogar töten würde. Das Opfer braucht in einem solchen Fall einen sehr klaren Kopf, um die Situation einschätzen und entsprechend reagieren zu können und der Täter bräuchte einen klaren Kopf, um zu erkennen was da gerade mit ihm geschieht. Wenn du Aufmerksam bist, dann erkennst du das Übel an der Wurzel, nämlich in einem unkontrollierten Geist der einen zum Wahnsinn treibt.

Wenn wir an einem unbewussten Punkt der Aggression stehen, besteht die Gefahr, dass es zu einer Gewohnheit wird, immer so zu reagieren, weil wir uns anschließend ja irgendwie gut fühlen. Alles ist mal raus und ich habe mich positioniert. Wie gesagt, manchmal ist das sicher nötig, aber das kann man auch sehr nett mit viel Gefühl für sich und den anderen machen. Wenn ein anderer darauf dann nicht eingehen mag, dann hat man seine Position halt mitgeteilt und jeder kann nun selbst entscheiden, wie man weiter miteinander umgehen möchte. Ein gesunder Austausch findet statt.

Hier ist es wichtig zu erkennen, was tatsächlich passiert. Nicht die anderen sind jetzt, wo alles wieder friedlicher geworden ist, netter geworden oder akzeptieren mich jetzt mehr. Nein, ich habe von der Identifizierung mit dem begrenzten Geist losgelassen und das lässt mich jetzt erfahren, dass andere Menschen offener sind. Du erntest, was du säst! Ich habe meinen Standpunkt aufgegeben und bin offener geworden. Vorher haben sich meine Mitmenschen in meine aggressive Energie mit reinziehen lassen oder sind mir aus dem Weg gegangen und nun reagieren sie auch auf mich, aber sie reagieren nun auf meine friedliche Energie. Es ist daher äußerst wichtig, dass man selbst seinen eigene Geist beherrscht, weil der nicht nur einen selbst beeinflusst, sondern auch die Umgebung. Ein unruhiger Geist kann einen größeren Krieg hervorrufen, wie die stärksten Waffen.

Aber müssen die Dinge denn immer nach dem gleichen Schema ablaufen? Kann Frieden tatsächlich immer erst auf Krieg folgen? Müssen wir ständig aufpassen und beobachten? Gibt es nur „Eins“ und „Null“? Wie alt sind diese Muster schon und wie lange leben wir sie selbst in unserem Inneren schon? Wir ärgern uns über Unruhen im außen und benutzen die gleichen psychologischen Taktiken in uns selbst. Offensichtlich haben wir unseren Geist noch nicht für andere Möglichkeiten geöffnet. Oder gibt es doch nur diese eine Möglichkeit?

Natürlich nicht, es gibt unzählige andere Möglichkeiten. Im besten Fall konnten wir uns andere Reaktionen bei unseren Eltern abschauen oder waren anderen glücklichen Umständen ausgesetzt. Da andere Möglichkeiten aber nicht in der Normschule gelehrt werden, ist es den meisten Menschen vorenthalten anders reagieren zu lernen und von Natur aus friedlich zu handeln. Es gab für die meisten für uns keine Schule, wo wir den Umgang mit unseren Gefühlen gelernt haben oder wo uns über die Struktur des Geistes etwas beigebracht wurde. Heute gibt es Hundeschulen die uns das Verhalten des Hundes aufzeigen, aber das Verhalten der Menschen lehren uns nur wenige. Die meisten gehen in eine Hundeschule um den Geist des Hundes zu trainieren und vergessen dabei, ihren eigenen zu klären. Viele Menschen lernen das nur in einem intensiven Selbststudium, lesen eigenständig Bücher über das Wesen des Geistes oder ziehen sich in ein Retreat oder zu einem Klausurtag zurück oder schließen sich anderen Gruppen an, die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet haben. Manche fühlen sich auch ohne das alles wohl und leben, um dann wieder sterben zu können. Das ist auch in Ordnung.

Wer aber seine Fähigkeiten nutzen und einsetzen möchte für den gibt es sehr viele Möglichkeiten um sie zu entfalten. Eine davon ist sicher die Meditation. Alle Antworten sind bereits in uns enthalten. Wir müssen nur still sein, um sie zu hören. Das meiste ergibt sich von sich aus, wir müssen den Dingen nur Raum lassen und nicht alles schon im Vorhinein eingrenzen und kontrollieren. Eine der Hauptübungen in der Meditation ist das praktizieren von Geduld. Geduldig sitzen, abwarten und nichts tun. Die Erhöhung der Kapazität des Nichts-tun in der Meditation, steigert deine Bereitschaft im Alltag gelassener zu sein. Und wenn du gelassener bist, dann haben deine wahren Gefühle und Bedürfnisse mehr Raum um sich zu zeigen. Die Intuition steigert sich und dein spontanes Handeln wird effektiver.

Durch dich möchte so einiges entstehen und sich ausdrücken, dass darf aber nicht gleich durch unser angelerntes reagieren regelrecht abgetötet werden. So oder so wird sich ein Gefühl in dir durchsetzen und das sinnvollste ist es, diesem einen Raum zu bieten, in dem es sich zeigen darf. Ein Raum, in dem du zunächst allein mit deinen Gefühlen bist. Wo du dich mit ihnen auseinaDSCF0116ndersetzen kannst. Sie kennenlernen darfst und wo du sie langsam in dein Bewusstsein aufsteigen lassen kannst ohne Angst haben zu müssen, dass darauf jemand rumtrampelt oder du allein damit bist. Solch ein Raum ist der Meditationsraum. Nicht nur der materielle Raum, sondern auch dein innerer meditativer Raum in dem du still bist und dein Innerstes erforscht und sich entwickeln lässt.

Du bist jeden Tag mit dir selbst zusammen und da wäre es äußerst sinnvoll zu wissen, wie du funktionierst. Nicht wie deine Organe funktionieren, die funktionieren eh oder auch nicht, dass unterliegt nicht deiner Kontrolle. Dein Herz schlägt auch nachts, wenn du schläfst und du atmest auch, wenn du nicht dran denkst. Aber dein Verhalten, deine Reaktionen, deine Ansichten, deine Meinungen, deine Kommentare, deine Emotionen, deine Gefühle, dein Bewusstsein, dein Unterbewusstsein, dein ganzes inneres Haus, jedes einzelne Zimmer vom Dach bis in den Keller, das bist du. Und du bist der einzige der jeden Tag darin wohnt und damit zusammen lebt. Ihr solltet ein gutes Verhältnis zueinander haben, euch verstehen und miteinander klar kommen. Nicht das da zwei in dir wären, aber mit dem was du bist, solltest du okay sein. Das lernst du in der Meditation, hauptsächlich in der Meditation, denn da hast du den Raum, um mir dir allein sein zu können. Der Meditationsraum ist so ausgelegt, dass du dich selbst fühlen kannst, selbst wahrnehmen kannst, selbst erfahren kannst. Diese Erfahrung ist einmalig. In der Stille mit sich selbst zu sein ist so herrlich, dass du nichts anderes mehr brauchst wie dich selbst. Sich selbst, in sich selbst wohl zu fühlen ist die größte Entspannung die es gibt. Die Meditation geht weit über die Entspannung hinaus. In der Meditation lassen wir die Entspannung sogar hinter uns, weil wir sie gar nicht mehr benötigen. Du brauchst nichts mehr zu entspannen, weil du gar nichts mehr anspannst. Du bist reines Gewahrsein. Einfach da sein, so wie jetzt. Still und ruhig. Du bist Meditation!

Anmerkung:

Wenn du dich nicht in irgendeiner Art mit Meditation befassen würdest oder Meditation bereits ein Teil von dir wäre, dann wärst du nicht auf Meditation aufmerksam geworden. Gleiches zieht gleiches an. Wenn du dich irgendwann mal für Motorräder interessieren solltest, dann würden dir ständig Motorräder begegnen. Achte einfach mal drauf. Das kann man ganz gut ausprobieren. Genauso begegnet dir die Meditation. Sie ist bereits ein Teil von dir, denn deine Aufmerksamkeit geht in diese Richtung. Scheu dich nicht, sie weiter auszubauen, ihr mehr Interesse zu schenken. Sie ist auf keinen Fall Zeitverschwendung, ganz im Gegenteil, sie schenkt dir Zeit.

In der Meditation lernst du Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und du lernst, dem Energie zu geben, was dir auch von Nutzen ist. Sei es in der Freundschaft, im Haushalt, auf der Arbeit oder im Denken. Unwichtiges und Unnützes wird aussortiert und keine Energie mehr gegeben. Dafür erhalten die Nützlichen Dinge mehr Energie und dein Leben wird harmonischer und du fühlst dich mehr im Einklang mit deinem eigenen Wesen. Diese Wissen und dieses Geschenk für sich allein behalten zu wollen, wäre Egoismus. Scheu dich nicht anderen Menschen mitzuteilen, dass du an dir selbst arbeitest und dass du deinen Geist erforschst. Teile offen mit, wenn du Ruhe und Abstand brauchst. Fordere die Zeit für dich ein und nimm dir jeden Tag Zeit für die Innenschau.

Du bist jeden Tag mit deinem Geist konfrontiert und es wäre sinnvoll ihn zu studieren, in einem Selbststudium das Meditation heißt. Widme diesem Teil auch jeden Tag etwas Aufmerksamkeit, genauso wie du dir die Zähne putzt. Der Kopf muss auch geklärt werden, der Gedanken müssen gereinigt werden, das Unterbewusstsein muss geleert werden, damit du klar denken und fühlen kannst.

Angestautes und aufgestautes nimmt zu viel Platz im Innersten ein, wenn es nicht regelmäßig geleert wird. Man läuft förmlich voll und dann läuft alles über. Es muss ja nicht viel sein. Regelmäßig 20-30 Minuten reichen völlig aus. Wenn du nicht alleine meditieren magst, dann biete ich mittlerweile fast täglich Kurse, oder Workshops am Wochenende an. Du kannst auch zu persönlichen Einzeltrainings kommen oder ich komm zu dir. Wir können übers Internet gemeinsam meditieren und du kannst dich jeden Tag durch Facebook, meinen Blog oder sonst was motivieren lassen und dich mit mir austauschen.

Verlier den Kopf nicht in täglichen routinierten Handlungen die dir zwar Geld bringen, dich aber die Gesundheit kosten. Ohne dich, keine Arbeit! Du stehst an erste Stelle. Wenn du nicht funktionierst, funktioniert vieles andere auch nicht. Ohne dein Bewusstsein, bleibt für viele Menschen einiges im Unbewussten. Öffne dein Bewusstsein und lass andere daran teilhaben!

Karsten Spaderna, September 2015Header Buddha Meditationsschule.eu

Alleinsein und Meditation

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Alleinsein und Meditation 

Längere Zeit physisch mit anderen Menschen zusammen zu sein, zum Beispiel mit dem Partner, mit Arbeitskollegen, den Kindern, Kunden etc. , kann früher oder später eng und schwierig werden. Schnell kann man sich in Konflikte verstricken und überempfindlich reagieren. Achtsame Selbstbeobachtung und Einfühlung in die eigenen Bedürfnisse sind in Gesellschaft wesentlich schwieriger und oft sogar kaum möglich. Ohne Phasen des Alleinseins kommt einem der achtsame Zugang zu sich selbst abhanden.

Zeitweiliges Alleinsein ist also ein wichtiges Element zum inneren Wachstum. Um die Vielfalt der eigenen Bedürfnisse, Wahrnehmungen, Gedanken,- und Gewohnheitsmuster kennenzulernen bedarf es bewusster Phasen des Alleinseins, wie zum Beispiel bei der Meditation. Schon allein die Akzeptanz, sich selbst spüren zu wollen, kann viele Situationen entspannen. Je vertrauter man mit sich und seiner Innenwelt ist, desto leichter wird es einem fallen, sich in andere Menschen einzufühlen und dessen Bedürfnisse genauso zu akzeptieren wie die eigenen. Es ist der erste Schritt zu gesundem Mitgefühl.

Die größten Schwierigkeiten entstehen immer dann, wenn wir nur unsere persönlichen Interessen durchsetzen möchten. Das Ego bringt Erwartungen hervor und es entstehen Zuneigung und Abneigung. Wenn wir im Austausch mit anderen Menschen auf egoistische Ziele aus sind und wir uns nicht aus dem Griff des Egos befreien das an Forderungen festhält, dann wird der Mensch hinter unseren Urteilen und Forderungen verschwinden. Es besteht die Gefahr der Trennung und Abspaltung. Es passiert genau das, was wir uns eben nicht gewünscht haben. Wir verlieren die Aufmerksamkeit und hören dem anderen kaum noch zu. Jetzt zählt nur noch das eigene Ich und es entstehen Anspannung und Stress. In dieser zersplitterten Einsamkeit kann keine gesunde Kommunikation mehr stattfinden.

Im zeitweiligen Alleinsein, in der urteilsfreien und bejahenden Selbstbeobachtung und Selbsteinfühlung üben wir zunächst auf Deutungen und Veränderungswünsche zu verzichten. Wir beobachten so genau wie möglich, welche körperlichen Empfindungen, welche Gedanken, welche Reaktionen und welche Handlungstendenzen in uns selbst aktiv sind. Mit dem Verständnis über den eigenen inneren Prozess, mit der Akzeptanz der tausend Stimmen in uns, lernen wir alles zu akzeptieren, folgen später aber nicht mehr allem blind!

Wir fragen uns, ob unsere gewohnheitsmäßigen Handlungs,- und Verhaltensweisen zum gewünschten Ergebnis führen werden? Nachdem wir also beobachtet und akzeptiert haben was geschieht, können wir etwas verändern. Vorher waren wir unbewusst. Wussten über die eigenen Geschehnisse im Inneren nicht bescheid. Vielleicht haben wir ihnen bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Aber nun kennen wir sie und wir fangen an zu überprüfen, ob sie uns noch dienlich sind.

Eine innere Aufmerksamkeit entsteht, eine Art inneres wach werden, klar sehen und fühlen. Hellfühligkeit und Hellhören entwickeln sich. Das Bewusstsein wächst und zur gleichen Zeit schrumpft etwas anderes, was vorher viel zu viel Energie gezogen hat. Wir werden toleranter, offener und feinfühliger. Alles bewegt sich in eine andere, lichtvolle Richtung. Diese Aufmerksamkeit, dieses wach sein, ist eine Art von Intelligenz die sehr spannend ist. Sie ist ganz neutral, sie ist einfach da. Durch Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und unendlicher Geduld kommt sie zum Vorschein. Im Buddhismus ist es das Bild von der Lotusblume, die sich durch den Schlamm kämpft und plötzlich zur vollen Pracht auf der Oberfläche erblüht. Sie war die ganze Zeit existent, sie war nur auf dem Grund.

Diese Pracht ist auch in uns. Im Alleinsein, in der Meditation lassen wir dieser Pracht Zeit um an die Oberfläche zu kommen, um ins Bewusstsein zu gelangen. Dafür meditieren wir, sitzen so gut es geht in Stille, bringen die Gedanken zur Ruhe, öffnen unseren Geist und sind wachsam, aufmerksam und achtsam. Aufmerksam und wachsam. Ruhig, still und gewahr. Einfach nur gewahr. So wie jetzt, einfach nur still und aufmerksam. Es ist ganz nah. Genau jetzt 🙂 

Karsten Spaderna, www.meditationsschule.eu

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Die richtige Reaktion

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Die richtige Reaktion

Wir haben festgestellt, dass wenn wir unser Leben, unser Geschäft und unsere Welt in Ordnung bringen wollen, dass wir dann zu aller erst uns selbst in Ordnung bringen müssen. Dafür müssen wir Verhaltensweisen an den Tag legen, mit denen wir uns selbst gut fühlen. Wenn wir uns eine bestimmte Erfahrung wünschen, dann müssen wir alle Umstände so erzeugen, dass sie uns die gewünscht Erfahrung auch selbst so erfahren lässt.

Wenn wir des Öfteren schlecht gelaunt oder negativ sind und andere Menschen oder uns selbst zum Beispiel andauernd in Gedanken oder Worten kritisieren, dann haben wir eine Brille auf, die uns nichts Gutes sehen lässt. Selbst wenn eine Person vielleicht doch ganz nett ist, dann könnten wir das gar nicht so sehen, weil wir einfach die falsche Brille aufhaben, bzw. weil wir im Geist eine Einstellung angelegt haben, die uns am Guten vorbei schauen lässt. Obwohl das Potenzial zum Guten vielleicht da wäre. Denn jeder andere könnte die Situation ganz anders sehen wie wir selbst!

Eine Sache ist also nicht zwangsmäßig gut oder schlecht. Es hängt von der Brille ab, die wir aufgesetzt haben und die uns die Situation so oder so sehen lässt. Es kommt also auf die Sichtweise an, während die Sache an sich neutral ist.

Nun wollen wir aber Brillen aufsetzen, die uns eine gute Welt, ein gutes Geschäft, gute Partner, gute Menschen und gute Umstände sehen lässt. Niemand von uns möchte, dass es uns selbst schlecht geht. Und tief in unserem Herzen wünschen wir das auch keinem anderen. Da wir andauernd in Beziehung zu irgendwelchen Dingen, Personen oder Umständen oder zu unserem eigenen Körper und unserem eigenen Selbst sind, wir also Alles immer nur in Beziehung zu Etwas erleben und wir den anderen oder das Andere nicht verändern können, müssen wir bei uns anfangen. Die Erfahrung haben wir schon oft genug gemacht und wir sollten diese Erfahrung nun zur Weisheit werden lassen. Wir können eine andere Person oder Situation nicht ändern. Wir können aber unsere Sichtweise ändern. Das liegt in unseren Möglichkeiten und daran sollten wir arbeiten.

Das Neue handeln.

Nehmen wir eine Situation in der etwas Unerwartetes passiert. Der Moment also, wo wir bereits kurz vor einer Reaktion stehen. Wo wir nicht mehr ableiten können, ob wir die Sache verursacht haben, sondern wo bereits die Wirkung am Werk ist und wir nun vor etwas Unerwartetem stehen.

Grundsätzlich scheint es wohl sehr wichtig zu sein, sich immer wieder die Zeit zu nehmen um die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Ein aufgewühlter Geist hilft niemanden und lässt einen nur sehr viel Durcheinander erleben. Das regelmäßige Bemühen um einen klaren Kopf, lässt einen zwangsweise irgendwann einen ruhigen Kopf erfahren. Hier beginnen wir also bei uns selbst. Wir wollen eine friedliche Welt erfahren und tun alles dafür, um auch eine friedvolle Welt erleben zu können. Dies ist allerdings die Vorbereitung auf eine friedliche Situation. Wir wollen aber den Moment nehmen, wo wir die Vorbereitung verpasst haben und wir nun konfrontiert werden.

Um keine weitere Konfrontation in der Zukunft zu erleben, ist nun ein Handeln erforderlich, dass keine weitere Unstimmigkeiten erschafft. Es darf also keine blinde Reaktion folgen, in der wir so tun, als wüssten wir nicht, dass unser jetziges handeln eine Auswirkung auf die Zukunft haben wird. Wir wissen sehr genau, dass wenn wir nun mit Wut reagieren, dass dies weiterhin die Wut am Leben erhält und wir weiterhin die Brille der Wut aufhaben werden, was uns zwangsläufig wieder Wut sehen und erleben lässt. Hier ist also kein Denken gefragt, sondern ein intelligentes Handeln, das nicht vom Denken erzeugt werden kann. Denn wir wissen ja bereits, dass unser Denken, wenn es nicht konstruktiv eingesetzt wird, eher alles schwieriger macht. Was ist also zu tun?

Den Moment der Achtsamkeit dieser Tatsache gegenüber das Wut nur weitere Wut erzeugt, bringt bereits ein Bewusstsein hervor, in dem wir Verantwortung übernehmen und wo ein Moment der Klarheit besteht. Wir wissen was jetzt passiert und wir haben die Möglichkeit, nur die Möglichkeit, das heißt nicht, das wir vielleicht jetzt schon nicht mit Wut reagieren, es besteht aber die Möglichkeit, es diesmal vielleicht nicht zu tun.

Das erfordert natürlich Übung und regelmäßige Wachheit. Aber bei jedem mal, wo die Achtsamkeit da ist, wächst die Wahlmöglichkeit und allein das Bemühen um eine heilvolle Handlung wird uns erfahren lassen, wie alle bemüht sind, eine friedvolle Situation herstellen zu wollen. Allein unser Bemühen bewirkt schon, dass wir „Bemühen wollen“ von allen andere erfahren. Warum?

Weil wir bereits festgestellt haben, dass wenn wir mit Wut reagieren, dass wir dann auch Wut erfahren werden und wenn wir mit „bemühen wollen“ reagieren, wir „bemühen wollen“ erfahren werden. Gleiches zieht gleiches an! Und das gilt auf jeder einzelnen Ebene, in jedem kleinem und noch so kleinem Bereich. Jeder noch so kleine Gedanken, jede noch so kleine Handlung wird immer genau das Gleiche hervorbringen. Wir benötigen also Achtsamkeit dieser Tatsache gegenüber. Und Achtsamkeit können wir zum Beispiel in der Meditation und im Alltag üben. Egal ob man meditiert oder arbeitet. Achtsamkeit kann immer da sein. Egal was man gerade tut.

Wir können den eigenen Gedanken gegenüber achtsam sein, den Handlungen gegenüber achtsam sein, den Menschen, den Tieren, der Natur oder in was wir auch in Beziehung sein mögen, wir können immer und überall achtsam sein. Reine Achtsamkeit. Nur Achtsamkeit. Mehr nicht. Nur achtsam! Wenn wir uns die Eigenschaft der Achtsamkeit aneignen, wird das nicht nur uns nutzen, sondern auch allen anderen Menschen, denn es lässt uns eine Welt erfahren, in der ein achtsamer Umgang herrscht. Ursache und Wirkung! Wut=Wut, Bemühen=Bemühen, Achtsamkeit=Achtsamkeit. Es ist eine Wechselwirkung. Das Gesetz der Resonanz.

Nicht wir sind falsch.

Grundsätzlich sind nicht wir als Person falsch, sondern die Reaktion des Geistes, die Gewohnheiten des Geistes bringen immer wieder Dinge hervor, die uns zwangsläufig Dies oder Das erfahren lassen. Das blinde reagieren, die Unwissenheit über den eigenen Geist, der alle Dinge hervorbringt, muss mit Wissen, welches Weisheit ist erkannt werden. Und wir müssen stets bemüht sein, den Geist in ein heilsames Werkzeug zu transformieren. Der Geist ist zu allem fähig. Er kann alles hervorbringen und uns alles erfahren lassen. Es darf aber nicht unkontrolliert reagieren. Mit Achtsamkeit und Konzentration können wir den Geist zu einem heilvollem und äußerst gewinnbringendem Werkzeug einsetzen, dass nicht nur uns hilft, sondern jedem anderen Wesen auch. Ein Geist der nicht nur auf sein eigenes Wohl ausgerichtet ist, kann ein nützliches Werkzeug für die eigene Persönlichkeit und für das Wohl anderer werden.

Unsere Gedanken lassen uns eine Sache als gut oder schlecht erfahren. Wenn wir eine Sache als gut oder schlecht erfahren, dann haben wir eine gute oder schlechte Wahrnehmung dazu und in dieser Wahrnehmung sind gut oder schlechte Gefühle enthalten. Selbst ein schlechter Tag kann sich für uns hervorragend anfühlen, wenn wir positive Gedanken haben. Die Gedanken bestimmen also unsere Wahrnehmung. Erst ist der Gedanke da und dazu entsteht dann ein Gefühl. Wir müssen demnach unsere Gedanken beobachten und zugleich eine Haltung etablieren, die uns etwas Positives erfahren lässt. Dies können wir anhand dessen, was wir bereits erläutert haben bewirken.

Wir wissen nun, dass jede unheilsame Handlung uns etwas unheilsames erleben lässt. Nicht weil wir schuld sind oder gar dumm sind, sondern weil ein unheilsamer Geist, unheilsames hervorbringt und uns das zwangsläufig erfahren lässt. Ein heilsamer Geist bringt heilsames hervor und lässt uns heilsames erfahren. Der Geist ist also ein Werkzeug das wir nutzen können. Wie nutzt du deinen Geist? Was bringt er hervor? Bist du zufrieden damit oder möchtest du es ausbauen?

Zurück zu unserer Situation in der wir etwas Unerwartetes erleben. Achtsamkeit und das Wissen über das Gesetz von Ursache und Wirkung sind nun also als Weisheit in uns vorhanden. Wir wissen (Weisheit) das wenn wir nun mit Mitgefühl und Aufmerksamkeit dem anderen gegenüber reagieren (Achtsamkeit), dass wir dann in Zukunft ebenfalls Mitgefühl und Aufmerksamkeit erhalten werden (Das Gesetz von Ursache und Wirkung). Vielleicht nicht gleich in der direkten Situation. Zumindest aber wird es die gesamte Situation transformieren, denn wir reagieren mit einem völlig neuen Verhalten und das ist sozusagen nicht vorgesehen. Es mag noch alte Reaktionen geben, aber mit einer humorvollen und entschlossenen Neugier können wir nun zuschauen, was wohl passieren wird.

Wir verlassen die alte Konditionierung und machen etwas ganz neues. Wir setzen die uns innen wohnende Intelligenz ein, die aus Weisheit und Achtsamkeit besteht und reagieren völlig anders als sonst. Das wird Veränderungen hervor rufen. Positive Veränderungen, weil wir positives bemühen an den Tag legen. Ein Umdenken wird zwangsläufig die Dinge ändern müssen. Alles hat das Potenzial zu allem! Nichts muss zwangsläufig so bleiben wie es ist. Alles ist in Bewegung, andauernd. Nur unser Geist, der die Fähigkeit zum festhalten besitzt, lässt uns glauben, dass wir etwas besitzen. Dabei besitzen wir nur einen Geist, der glaubt zu besitzen. In Wirklichkeit ist alles in Bewegung. Alles ist dem entstehen und vergehen unterworfen. Auch der Geist. Es muss nicht beständig festgefahren sein. Ein festgefahrener Geist, kann nichts Neues hervorbringen und wir übern nun, etwas mehr Bewegung in den Geist zu bringen. Meditation könnte demnach ein Fitnessprogramm für den Geist sein. Wieder beweglicher werden, nicht so engstirning und festgefahren. Offen sein für neue Möglichkeit, neues tun, neues machen. Es ausprobieren.

Wann wird ein neues Handeln Ergebnisse bringen?

Das kommt darauf an, wie lange du schon nach dem alten Prinzip handelst. Das alte Prinzip war aus Unwissenheit heraus zu reagieren. Und immer wieder nur zu reagieren. Ein reagieren, dass bisher nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt hat. Nicht zu wissen, dass jeder Gedanke, jede Tat, jede Handlung dich entsprechend gleiches erfahren lässt, war Unwissenheit über die Funktion des Geistes. Nicht nur dein oder mein Geist, sondern über den Geist der uns allen innewohnt. Nun weißt du darum und kannst bewusst Gutes tun. Auch wenn es nur ein Glaubenssatz sein mag, es ist ein guter Glaubenssatz, weil dein handeln nicht nur für dich gut sein wird, sondern für andere auch. Man wird sozusagen ein guter Mensch der bewusst und achtsam ist.

Wie bereits erwähnt bedarf es etwas Übung bis man seinen Geist objektiv betrachten kann und die verschiedenen Denkmuster erkennt. Bis dahin wird es weiterhin ein reagieren geben, dessen Wirkung wir uns noch nicht ganz bewusst sind. Aber es wird wirken und bis dato wirken vielleicht noch Reaktionen die wir in der Vergangenheit unbewusst verursacht haben. Damit werden wir leben müssen, bis sie zum Tragen gekommen sind und bis deren Energie verbraucht ist. Wichtig ist, dass wir von nun an verantwortungsvoller und bemühter sind Samen zu säen, die uns das gewünschte Ergebnis bringen. Eben nicht das, was wir nicht wollen, sondern das was wir wirklich möchten. Und um dies zu erhalten, sollten wir bemüht sein, es jedem anderen ebenfalls zur Verfügung zu stellen.

Natürlich werden wir die akute Situation nicht einfach durch gute Gedanken beiseiteschieben können und plötzlich Gutes erwarten können. Dein Gegenüber wird vielleicht immer noch so reagieren, wie du es nicht magst, aber zumindest bist du dir deiner „kommenden“ Reaktion bewusst und vielleicht schaffst du es immer ein kleines Stückchen mehr, anders zu handeln. Nämlich so zu agieren, dass du das von dir angestrebte Ziel, also das was du eigentlich tatsächlich erleben möchtest, selbst ausdrückst und erschaffst. Wenn du in einem Streit nicht wirklich streiten möchtest, sondern Anerkennung haben möchtest, dann ist es völlig irrsinnig mit Streit zu reagieren. Wenn du allerdings inne hältst und dich fragst, was will ich jetzt in diesem Moment wirklich? Dann ist die Antwort Anerkennung und die bekommst du, indem du den Streit abbrichst und offen darlegst, was du wirklich möchtest. Jetzt kann ein Abgleich zwischen dir und deinem Mitstreiter stattfinden und dein Mitstreiter wird reagieren müssen. Es ist seine Entscheidung ob er weiter streiten möchte oder nicht. Du weißt nun was du willst und kannst entscheiden wie du weiter mit der Situation umgehen willst. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und das wird eine Veränderung hervorrufen. Du antwortest mit Ehrlichkeit und wirst Ehrlichkeit erhalten.

Du möchtest dass andere dir mehr Aufmerksamkeit schenken, dann lege die entsprechende Prägung dafür an, wie es wohl sein wird Aufmerksamkeit zu erhalten. Dafür musst du anderen Aufmerksamkeit schenken. Vergiss nicht: Bist du nett, werden andere nett sein. Bist du aufmerksam anderen gegenüber, werden andere dir mehr Aufmerksamkeit schenken. Hörst du auf zu streiten, wird der Streit verschwinden. Wirst du ehrlich, wird du Ehrlichkeit bekommen. Auch wenn einem das manchmal nicht gefällt. Aber zumindest weiß dann jeder wo er dran ist.

Die Funktion des Geistes.

Noch einmal ganz deutlich. Es hat nichts mit unserer Persönlichkeit zu tun, sondern mit unseren Prägungen in unserem Geist, die uns zwangsläufig etwas erfahren lassen müssen, weil wir es eben so sehen. Wenn wir etwas anderes sehen wollen, müssen wir die Sichtweise ändern. Wir müssen selbst sehen, wie es ist anderen gegenüber aufmerksam zu sein, damit wir erfahren können wie es ist wenn jemand aufmerksam ist. Wir sind ja selbst dabei, wenn wir anderen gegenüber aufmerksam sind. Wir erleben es ja bereits! Dabei spielt es gar keine Rolle mehr, ob wir zu jemand andere aufmerksam sind oder ob wir nur einfach aufmerksam sind. Wir erleben Aufmerksamkeit, fertig. Und das ist doch nichts Schlechtes. Warum es also nicht üben, immer wieder. Üben. Bis es normal geworden ist und wir die Welt einfach so erleben. Dann haben wir den Geist transformiert, ohne einen Anspruch auf das Gutwollen eines anderen zu haben. Wir haben bei uns begonnen und nie mehr werden wir über die Unzulänglichkeiten eines anderen nachdenken müssen.

Einige Korrelationen

Du möchtest, dass andere zuverlässiger sind?

Dann musst du Zuverlässigkeit erleben, indem du sie selbst lebst, also selbst zuverlässig bist.

Du möchtest, dass andere dir mehr Zuneigung geben?

Dann musst du wissen wie es ist Zuneigung zu erleben, indem du anderen Zuneigungen gibst.

Natürlich in einem für die passenden Maß. Du gibst, was in deinen Möglichkeiten liegt.

Du möchtest, dass andere dir mehr zuhören?

Dann achte peinlichst genau darauf, dass du anderen zuhörst und weniger von dir selbst redest, eingenommen bist oder in Szene setzt. Hilf mit dem, was du sagen möchtest anderen.

Du möchtest, dass es weniger Wut in deiner Umgebung gibt?

Dann sei nicht selbst, zu dir und zu anderen, wütend. Praktiziere Geduld und gib selbst Gefühle von Wut und des inneren Zorns auf andere auf. Achte darauf, dass du einen Lebenswandel führst, der ethisch absolut korrekt ist. Freu dich über das Glück anderer und übe Mitgefühl, wenn andere leiden. Würdige gute Arbeit.

Du möchtest, dass andere nicht so rücksichtslos mit dir oder deinem Eigentum umgehen?

Dann entwickle ein Feingefühl dafür, was anderen gut tut und weiterhilft. Ein respektvoller Umgang mit dem Partner, den Mitarbeitern, den Kollegen ist hier äußerst hilfreich.

Du möchtest, dass andere deine Anweisungen oder Vorschläge respektieren?

Dann sprich nicht über Dinge die du nicht realisieren kannst. Vermeide unnötige Tätigkeiten. Sprech inspirierend und positiv mit anderen. Erlange Klarheit über deine Ziele im Umgang mit Partnern, Mitarbeitern, Kunden und Freunden. Rede nicht einfach des Mitredens Wollens.

 

Du möchtest mehr Freude haben an dem, was du tust?

Dann hab Freude an dem, worüber andere sich freuen, auch wenn du es selbst nicht hast. Setze Prioritäten in deinem denken, handeln und tun. Schätze wirtschaftliche Güter und Möglichkeiten. Respektiere deine Konkurrenz. Sei dankbar und neidlos.

Du möchtest an einem Ort leben, an dem die Menschen glücklich sind?

Dann bemühe dich um Beständigkeit in der Arbeit mit diesen Tugenden und dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Sei dir bewusst, dass alle Dinge das Potenzial enthalten, alles zu sein! Mit deinem Blickwinkel machst du sie zu dem was sie für dich sind. Sie haben aber das Potenzial auch alles andere zu sein!

 

Der Plan

Es ist einfach diese Dinge zu lesen und im Grund wissen wir bereits darum. Aber handeln wir auch wirklich danach? Haben wir es wirklich verstanden und in den Alltag eingebaut? Um es wirklich zu überprüfen und selbst im Alltag zu testen, empfehle ich dir für den Anfang eine kleine Übung:

Erstelle dir eine Übersicht mit den Dingen, die du andauernd erlebst, aber nicht erleben möchtest.

Schreibe dazu, was du stattdessen erleben möchtest. Dann überlebe was du tun könntest, um das zu erleben, was du selbst gern erfahren möchtest.

Noch einmal: Du bist ja selbst dabei, wenn du nett zu anderen bist. Du bekommst als bewusster Beobachter ja mit, wie du selbst nett bist. Du siehst dich ja selbst. Dieses sehen, wie du nett zu anderen bist, hinterlässt eine Prägung, eine Erinnerung in deinem Geist, die dich irgendwann erfahren lässt, wie jemand anderer nett zu dir ist.

Ein umgekehrtes Beispiel: Du bist unfreundlich zu jemandem. Du weißt, dass du unfreundlich bist, weil, du bist ja selbst dabei. Du erlebst es ja mit, wie du unfreundlich zu jemand anderem bist. Das hinterlässt eine Spur in deinem Bewusstsein. Die Spur unfreundlich gewesen zu sein, speichert sich als Erinnerung in deinem Bewusstsein ab und sicker nach unten in den eher unbewussten Bereich. Es sei denn, dir ist bereits bewusst was da gerade passieren wird. Aber falls nicht, wirst du früher oder später zwangsläufig, wenn dieses Erlebnis in deinem Geist seinen Höhepunkt erreicht hat, erleben müssen, wie es ist jemand anderen als unfreundlich zu erleben.

Du warst unfreundlich zu jemandem, hast gemeckert und geschimpft und du hast es selbst miterlebt, du warst dabei. Du hast es getan und du konntest dich dabei beobachten wie du es getan hast. Das Erlebnis wird als Samen, als Erfahrung ins Unterbewusstsein sickern. Und dort wird es irgendwann wieder aufsteigen, denn keine Handlung geht verloren. Im passenden Moment, wenn aus dem Samen ein Baum geworden ist, wirst du erleben, wie es ist, wenn jemand mit dir meckert und schimpft. Keine Handlung geht verloren! Du musst zwangsweise die Erfahrung machen, weil der Samen einmal gelegt wurde. Du hast ihn selbst gelegt und er ist im Unterbewusstsein auf fruchtbaren Boden gestoßen. Welche Samen willst du also künftig mit diesem Wissen säen? Welche Erfahrungen, bei denen du dich selbst beobachtest, willst du nun auf den Boden des unteren Bewusstseins, das sehr fruchtbar ist, sickern lassen?

Wie kannst du das erhalten, was du selbst erleben oder erfahren möchtest? Schreibe dir dazu ein paar Handlungen und Eigenschaften auf, die du praktizieren und üben möchtest. Schreibe dir auf, welche Samen du von nun an säen möchtest.

Ein Beispiel:

Ich habe andauernd negative Gedanken. Ich sitze in meinem Büro und plötzlich kommen mir einfach negative Gedanken über ein bestimmte Person oder eine bestimmte Situation. Oder ich gehe spazieren und denke die ganze Zeit negative über meine eigene Zukunft. Das stört mich, ich will das nicht erleben, weil ich mich dann dazu auch noch schlecht fühle.

Was will ich stattdessen? Ich möchte mich gut fühlen. Ich möchte alles wieder etwas klarer sehen, nicht immer so negativ. Was will ich wirklich? Ich möchte wieder Gutes sehen können und erfreuliche Gefühle haben.

Wie kann ich erhalten, was ich mir wünsche? Welche Handlungen kann ich praktizieren? Ich muss jemanden finden, der ebenfalls negative Gedanken hat. Ich muss mit ihm spazieren gehen und ihn auf schöne Dinge aufmerksam machen. Ich muss die Negativität anschauen und beobachten, wie es ist, so negativ zu sein. Ich könnte dem anderen dieses Prinzip erklären und dabei helfen, positiv Gedanken zu entwickeln. Wem könnte ich noch helfen positiv zu denken, schönes zu sehen? Was gab es denn heute für mich positives zu erleben? Habe ich heute schon jemanden was nettes gesagt, was nettes geschickt oder für jemanden etwas erledigt, worüber die Person sich gefreut hat? Hmm, eigentlich noch nicht, aber ich werde Ausschau danach halten, wo ich was Gutes tun kann. Der Gefällt mir Button von Facebook ist eigentlich ne gute Sache…. Das ist gut, dass ich gerade dabei bin positives zu entwickeln, das ist ein erster Schritt. Es ist gut mich dabei zu beobachten, denn ich weiß, dass es eine Auswirkung haben wird. Wann die kommt? Das spielt keine Rolle. Der Weg ist das Ziel.

Wie wird diese Person sich wohl fühlen? Und was wird in Zukunft geschehen, wenn sie so weitermacht?

Arbeite daran, jeden Tag, immer wieder. Sei dir für immer bewusst, welche Wirkung dein handeln, dein tun und dein denken hervorbringen wird. Lies es nicht nur und dann legst du es in die Schublade. Meditiere darüber, denk nach. Konstruktiv nachdenken, ob das gesagte für dich etwas positive haben könnte oder nicht. Probier es eine Zeitlang aus und entscheide dann. Das ist wahre Achtsamkeit. Das ist rechtes Handeln im Einklang mit dem Herzen.

Viel Erfolg!

Wenn du mehr über diese Prinzipen wissen möchtest, dann empfehle ich dir die Original Bücher von Geshe Michael Roach „Der Diamantschneider“ und „Karmic Management“.

Karsten Spaderna

www.meditationsschule.eu

In der Gegenwart kannst du sogar die Vergangenheit verändern

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Du bist wütend geworden, hast jemanden beleidigt, verurteilt und mit deiner Reaktion verletzt? Du hast dich in einer Situation daneben benommen, überreagiert? Hast dich hinreißen lassen und für einen Moment warst du dir deiner Handlung nicht bewusst? Du warst wütend auf deine Kollegen, deinen Chef, deinen Partner. Hast dich nicht im Zaum halten können und los gebrüllt. Natürlich wäre es sinnvoll gewesen, wenn du dir dessen sofort bewusst gewesen wärst. Aber nun ist passiert und du hast die Gelegenheit, die ganze Situation Revue passieren zu lassen. Im Geist natürlich!

Die Situation hat sich beruhigt und du kannst sie jetzt mit Abstand betrachten. Du kannst dir die Situation anschauen und etwas Bewusstsein darein bringen. Jammern und Schuldgefühle sind jetzt zwecklos. Es ist bereits geschehen.

Mache eine kleine Meditationsübung daraus. Wenn die Emotionen vorüber sind und sich  die Situation beruhigt hat, dann setze dich in Ruhe hin, meditiere. Schließe die Augen und werde ruhig. Hab Geduld, lass es ruhig angehen. Denke nicht an irgendein Ziel. Sitze einfach still, lass die Geräusche durch die durch gehen. Lass die Luft deine Haut berühren, atme entspannt. Wenn alles ruhig ist, dann schau dir die Situation nochmal an. Wahrscheinlich werden die gleichen Gefühle wieder kommen, lass sie einfach da sein ohne die Situation zu beurteilen. Fühle, aber bewerte nicht. Bleib neutral. Wenn sich diese Gefühle gelegt haben, dann stell dir die Situation, in der du deiner Meinung nach hättest anderes reagieren sollen, noch mal an. Blicke zurück.

Vielleicht hättest du liebevoller sein wollen, aber du warst es nicht. Stell dir vor, wie du die Situation liebevoll angegangen wärst. Was hättest du lieber getan? Was wäre dein wirklicher Wunsch gewesen? Buddha sagt, dass dadurch das Herz vom Bösen gereinigt wird.

Vielleicht hast du einfach nur überreagiert und das wolltest du gar nicht. Aber die Situation hat dich so eingenommen, du hast einfach unbewusst reagiert hast und nun fühlst du dich schlecht. Das ist übrigens gar nicht so unüblich. Wir sind alle eher voll liebevolle Wesen, statt voller Wut und Hass. Das wir uns schlecht fühlen liegt daran, dass wir von Natur aus friedlich sind und uns von unserem Ego haben hinreißen lassen. Wir mussten unser Image oder unsere Persönlichkeit verteidigen. Wer sind wir denn, dass wir uns das gefallen lassen? Solche Gedanken sind typisch für ein Ego, dass glaubt eine Persönlichkeit zu besitzen. In Wirklichkeit sind wir alle gleich, aber jeder sieht man sich in einer anderen Position und meint sie vertreten zu müssen. Das gehört halt zum System dieser Gesellschaft und ist weder als gut oder schlecht zu beurteilen. Es ist so wie es ist. Jedoch fühlt man sich besser, wenn man innerlich im Frieden damit ist und eine neutrale, statt bewertende Einstellung dazu hat.

Aber zurück zur Situation. Es geht also nicht darum, dein Image zu verteidigen. Du kannst dich natürlich bei der Person entschuldigen, aber nicht um dein Image zu vertreten. „Eigentlich bin ich ein netter Mensch, aber wegen dir hab eich über reagiert, Entschuldigung“. Das ist eine Entschuldigung zu Gunsten der eigenen Situation. Man möchte sich nur dafür entschuldigen, um selbst wieder gut dazustehen. Um in einem guten Licht zu stehen. Das ist immer noch das Ego.

Es geht mehr darum, in Zukunft mehr Bewusstsein in eine Situation zu bringen. Mehr bei sich zu bleiben und sich nicht in den Dingen zu verlieren. Zuerst hat man was getan und danach wird es dir erst bewusst. Es muss erst etwas Zeit vergehen. Nun kannst du in Gedanken zurück gehen und die Situation geistig verändern. Einfach nur, damit man selbst wieder Frieden gefunden hat. Das kann man üben! Geh Gedanklich zurück und handle so, wie es sich für dich gut anfühlt. Nicht um es dem anderen zu zeigen. Lass dich von deinen Emotionen nicht hinreißen! Spiel es im Kopf durch und achte auf deine Emotionen. Wenn du eine passende gedankliche Situation gefunden hast in der es für beide gut ist, wirst du dich ruhig und friedlich fühlen.

Beim nächsten mal wirst du dann etwas tun und es wird dir schneller bewusst werden. Du wirst die Kontrolle nicht mehr so schnell verlieren. Warum? Weil du es geübt hast. Du hast es in Gedanken geübt und deinen Geist in eine bestimmt Richtung gelenkt. Du hast nicht willkürlich alles geschehen lassen. Du bist bei dir geblieben, hast für ein paar Sekunden innegehalten und deine Reaktion kommen gespürt. Aber du hast nicht sofort reagiert.

Beim nächsten mal wird eine Situation kommen und du wirst dir der aufkommenden Emotionen bewusst und evt. wirst du innehalten. Das wars! Von da an hast du ein Licht in dir entzündet. Immer wenn du in Situation kommst, wo du bisher unbewusst gehandelt hast, wirst du von nun an einen Funken Bewusstsein haben. Es ist eine Achtsamkeitsübung. Es macht dich fähig, bewusster zu werden. Eines Tages wirst du dich dabei ertappen wie du wütend wirst, wie sich dein Ego verletzt fühlt. Und irgendwann wirst du lachen. Du wirst darüber lachen, wie solche winzigen Situationen dich überhaupt zu so einem kindischen Verhalten bewegen konnten. Du ertappst dich selbst auf frischer Tat.

Wenn du dich dann wirklich bei einer Person entschuldigen möchtest, dann sei authentisch. Sag was in dir vorgegangen ist und das du dich nicht im Griff hattest. Das du dich schwach fühlst, wenn solche Situation kommen und das du einfach die Beherrschung verlierst. Du möchtest das nicht und es tut dir Leid. Es war nicht in deinem Sinne verletzend zu sein. Du warst unbewusst und bist an deine Grenzen gekommen. Sei dankbar das die Grenze dir gezeigt wurde und sei dankbar, dass du sie nun ändern kannst. Ohne den anderen wäre das nicht möglich!

Damit sprichst du auf einer anderen Ebene. Dein Gegenüber ist auch nur ein Mensch mit Grenzen. Und ganz sicher wird er in deinen Worten sich selbst finden. Somit wird auf beiden Seiten Mitgefühl entstehen und man spricht über etwas, was mit der eigentlichen Situation gar nichts mehr zu tun hat. Die Situation war nur der Weg in die Tiefe des eigenen Bewusstsein. Dort findet man sich selbst und dort darf jeder er selbst sein. Hier findet wahre Kommunikation statt.

Sieh das ganze als Übung an. Es ist ein Achtsamkeitstraining. Hab Geduld und mach es vor allem nicht um ein guter Mensch sein zu wollen. Das ist immer noch ein Image. Du bist bereits ein guter Mensch. Es sind die Ansichten und Einstellungen die uns daran hindern authentisch zu sein.  Bleib dir selbst neutral gegenüber und verurteile dich nicht. Lerne an den Situationen und übe dich in Achtsamkeit. Damit steigerst du dein Bewusstsein und dein Mitgefühl. Andere sind genauso auf der Suche nach Liebe wie du!

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