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In der Gegenwart kannst du sogar die Vergangenheit verändern

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Du bist wütend geworden, hast jemanden beleidigt, verurteilt und mit deiner Reaktion verletzt? Du hast dich in einer Situation daneben benommen, überreagiert? Hast dich hinreißen lassen und für einen Moment warst du dir deiner Handlung nicht bewusst? Du warst wütend auf deine Kollegen, deinen Chef, deinen Partner. Hast dich nicht im Zaum halten können und los gebrüllt. Natürlich wäre es sinnvoll gewesen, wenn du dir dessen sofort bewusst gewesen wärst. Aber nun ist passiert und du hast die Gelegenheit, die ganze Situation Revue passieren zu lassen. Im Geist natürlich!

Die Situation hat sich beruhigt und du kannst sie jetzt mit Abstand betrachten. Du kannst dir die Situation anschauen und etwas Bewusstsein darein bringen. Jammern und Schuldgefühle sind jetzt zwecklos. Es ist bereits geschehen.

Mache eine kleine Meditationsübung daraus. Wenn die Emotionen vorüber sind und sich  die Situation beruhigt hat, dann setze dich in Ruhe hin, meditiere. Schließe die Augen und werde ruhig. Hab Geduld, lass es ruhig angehen. Denke nicht an irgendein Ziel. Sitze einfach still, lass die Geräusche durch die durch gehen. Lass die Luft deine Haut berühren, atme entspannt. Wenn alles ruhig ist, dann schau dir die Situation nochmal an. Wahrscheinlich werden die gleichen Gefühle wieder kommen, lass sie einfach da sein ohne die Situation zu beurteilen. Fühle, aber bewerte nicht. Bleib neutral. Wenn sich diese Gefühle gelegt haben, dann stell dir die Situation, in der du deiner Meinung nach hättest anderes reagieren sollen, noch mal an. Blicke zurück.

Vielleicht hättest du liebevoller sein wollen, aber du warst es nicht. Stell dir vor, wie du die Situation liebevoll angegangen wärst. Was hättest du lieber getan? Was wäre dein wirklicher Wunsch gewesen? Buddha sagt, dass dadurch das Herz vom Bösen gereinigt wird.

Vielleicht hast du einfach nur überreagiert und das wolltest du gar nicht. Aber die Situation hat dich so eingenommen, du hast einfach unbewusst reagiert hast und nun fühlst du dich schlecht. Das ist übrigens gar nicht so unüblich. Wir sind alle eher voll liebevolle Wesen, statt voller Wut und Hass. Das wir uns schlecht fühlen liegt daran, dass wir von Natur aus friedlich sind und uns von unserem Ego haben hinreißen lassen. Wir mussten unser Image oder unsere Persönlichkeit verteidigen. Wer sind wir denn, dass wir uns das gefallen lassen? Solche Gedanken sind typisch für ein Ego, dass glaubt eine Persönlichkeit zu besitzen. In Wirklichkeit sind wir alle gleich, aber jeder sieht man sich in einer anderen Position und meint sie vertreten zu müssen. Das gehört halt zum System dieser Gesellschaft und ist weder als gut oder schlecht zu beurteilen. Es ist so wie es ist. Jedoch fühlt man sich besser, wenn man innerlich im Frieden damit ist und eine neutrale, statt bewertende Einstellung dazu hat.

Aber zurück zur Situation. Es geht also nicht darum, dein Image zu verteidigen. Du kannst dich natürlich bei der Person entschuldigen, aber nicht um dein Image zu vertreten. „Eigentlich bin ich ein netter Mensch, aber wegen dir hab eich über reagiert, Entschuldigung“. Das ist eine Entschuldigung zu Gunsten der eigenen Situation. Man möchte sich nur dafür entschuldigen, um selbst wieder gut dazustehen. Um in einem guten Licht zu stehen. Das ist immer noch das Ego.

Es geht mehr darum, in Zukunft mehr Bewusstsein in eine Situation zu bringen. Mehr bei sich zu bleiben und sich nicht in den Dingen zu verlieren. Zuerst hat man was getan und danach wird es dir erst bewusst. Es muss erst etwas Zeit vergehen. Nun kannst du in Gedanken zurück gehen und die Situation geistig verändern. Einfach nur, damit man selbst wieder Frieden gefunden hat. Das kann man üben! Geh Gedanklich zurück und handle so, wie es sich für dich gut anfühlt. Nicht um es dem anderen zu zeigen. Lass dich von deinen Emotionen nicht hinreißen! Spiel es im Kopf durch und achte auf deine Emotionen. Wenn du eine passende gedankliche Situation gefunden hast in der es für beide gut ist, wirst du dich ruhig und friedlich fühlen.

Beim nächsten mal wirst du dann etwas tun und es wird dir schneller bewusst werden. Du wirst die Kontrolle nicht mehr so schnell verlieren. Warum? Weil du es geübt hast. Du hast es in Gedanken geübt und deinen Geist in eine bestimmt Richtung gelenkt. Du hast nicht willkürlich alles geschehen lassen. Du bist bei dir geblieben, hast für ein paar Sekunden innegehalten und deine Reaktion kommen gespürt. Aber du hast nicht sofort reagiert.

Beim nächsten mal wird eine Situation kommen und du wirst dir der aufkommenden Emotionen bewusst und evt. wirst du innehalten. Das wars! Von da an hast du ein Licht in dir entzündet. Immer wenn du in Situation kommst, wo du bisher unbewusst gehandelt hast, wirst du von nun an einen Funken Bewusstsein haben. Es ist eine Achtsamkeitsübung. Es macht dich fähig, bewusster zu werden. Eines Tages wirst du dich dabei ertappen wie du wütend wirst, wie sich dein Ego verletzt fühlt. Und irgendwann wirst du lachen. Du wirst darüber lachen, wie solche winzigen Situationen dich überhaupt zu so einem kindischen Verhalten bewegen konnten. Du ertappst dich selbst auf frischer Tat.

Wenn du dich dann wirklich bei einer Person entschuldigen möchtest, dann sei authentisch. Sag was in dir vorgegangen ist und das du dich nicht im Griff hattest. Das du dich schwach fühlst, wenn solche Situation kommen und das du einfach die Beherrschung verlierst. Du möchtest das nicht und es tut dir Leid. Es war nicht in deinem Sinne verletzend zu sein. Du warst unbewusst und bist an deine Grenzen gekommen. Sei dankbar das die Grenze dir gezeigt wurde und sei dankbar, dass du sie nun ändern kannst. Ohne den anderen wäre das nicht möglich!

Damit sprichst du auf einer anderen Ebene. Dein Gegenüber ist auch nur ein Mensch mit Grenzen. Und ganz sicher wird er in deinen Worten sich selbst finden. Somit wird auf beiden Seiten Mitgefühl entstehen und man spricht über etwas, was mit der eigentlichen Situation gar nichts mehr zu tun hat. Die Situation war nur der Weg in die Tiefe des eigenen Bewusstsein. Dort findet man sich selbst und dort darf jeder er selbst sein. Hier findet wahre Kommunikation statt.

Sieh das ganze als Übung an. Es ist ein Achtsamkeitstraining. Hab Geduld und mach es vor allem nicht um ein guter Mensch sein zu wollen. Das ist immer noch ein Image. Du bist bereits ein guter Mensch. Es sind die Ansichten und Einstellungen die uns daran hindern authentisch zu sein.  Bleib dir selbst neutral gegenüber und verurteile dich nicht. Lerne an den Situationen und übe dich in Achtsamkeit. Damit steigerst du dein Bewusstsein und dein Mitgefühl. Andere sind genauso auf der Suche nach Liebe wie du!

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Aus dunklen Wolken heraus finden.

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Diese kleine Übung wird dir dabei helfen, aus dunklen Wolken heraus zu kommen um wieder mehr Lebensqualität und mehr Lebensfreude in dein Leben zu bringen.

Die meisten Menschen sind sich eher ihrer Unzufriedenheit als ihrer Zufriedenheit bewusst. Sie klagen mehr, als das Sie von Guten Dingen sprechen. Die meisten Menschen erzählen mehr von ihren Gebrechen als von ihren Glücksmomenten. Die meisten Menschen beklagen sich, ohne auch nur mit einem Wort etwas Positives zu erwähnen. Die meisten Menschen sind nur am nörgeln und am jammern. Die meisten Menschen sind sich eher ihrer Schmerzen, als ihrer Gesundheit bewusst. Jedes kleines Leid ist die Hölle. Das ganze Leben ist ein Jammertal und man schlägt sich so durch das Leben.

„Wie geht es dir?“, „Ja es muss. Du kennst das ja!“ Das Klagen und Leiden ist schon ganz normal geworden. Kaum einer traut sich von etwas schönem zu erzählen. Es scheint so, als wäre es unnormal glücklich zu sein. Dabei gibt es viele glückliche Menschen, man sieht sie nur nicht, weil man in einem Jammertal gefangen ist. Wenn ich die Welt als schlecht sehen möchte, werde ich nur die schlechten Dinge sehen. Jeder kennt das Beispiel wenn man sich für ein ganz bestimmtes Auto interessiert. Zuvor hat man dieses Auto kaum auf der Straße gesehen. Und jetzt wo man plötzlich Interesse an diesem Auto hat, scheint es tausende davon auf der Straße zu geben. Manchmal sieht man sogar zwei hintereinander.

Es liegt an dem Fokus auf den wir unsere Aufmerksamkeit richten. Wenn wir die ganze Zeit negative Nachrichten schauen, schlechte Filme gucken und deprimierende Bücher lesen, werden wir all diese Dinge auch in unserer Umgebung finden. Wir bekommen eine Bestätigung für das, was wir eben noch gelesen haben. Gleich und gleich gesellt sich gern! Das funktioniert mit schlechten, wie mit guten Dingen.

Daher ist es relativ einfach aus den dunklen Wolken hinaus zu kommen. Es ist eine Übungssache. Lege deinen Fokus auf die Dinge die dir gut tun. Wo immer dir etwas gut tut, lege den Fokus auf diese Sache. Mache dir bewusst, dass es dir gut getan hat. Nehm es nicht als Selbstverständlich hin. Mach dir bewusst, dass du in diesem Moment ein Glücksgefühl hattest. Du triffst einen guten Freund und freust dich. Mache dir deine Freude bewusst. Sei in diesem Moment das Glücksgefühl selbst. Ändere deine Grundhaltung und schau auf die schönen Dinge. Werde dir aller schönen Dinge wieder bewusst. Du warst draußen spazieren und gerade als du die Tür hinter dir zuschlägst beginnt es zu regen. Freu dich darüber und mecker nicht über den scheiß Regen. Sei glücklich dass du es gerade rechtzeitig geschafft hast. Ändere dein Denken und die ganze Welt wird sich ändern.

Versuche nicht die Welt zu änder, ändere deine Einstellung, deine Sichtweise, deinen Fokus. Die Welt wird immer die gleiche bleiben. Deine Wohnung wird immer die gleiche bleiben. Vielleicht magst du eines Tages in eine größere Wohnung oder in ein Haus ziehen. Wenn du aber deine Ansichten behältst, wird das gleiche bleiben. Wenn du unglücklich bist, bist du auch in einem großem Haus unglücklich. Es mag dich kurz befriedigen, aber dein Unglücklich sein wird bleiben. Du musst es in dir ändern. Ein unglücklicher Mensch kann so viel Geld ansammeln wie er möchte. Es mag ihm vielleicht weiterhelfen, aber ein unglücklicher Mensch ist ein unglücklicher Mensch. Vielleicht hat er den Fokus auf mehr Quantität gelegt und glaubt dass ihm mehr, auch mehr Glück bringt. Aber egal was er tut, wenn er in seinem Inneren nicht etwas ändert, wird er auch mit mehr Quantität nicht glücklich werden. Das Unglück nimmt man immer mit, solange man es in sich hat. Selbst im Paradies wird man nach einige Zeit etwas zu nörgeln finde. Plötzlich sieht man all die schönen Dinge nicht mehr. Es ist wie eine krankhafte Suche nach dem negativen. Irgendwas muss immer sein. Es kann doch nicht sein, dass man alles nur als schön empfindet, oder?

Damit ist auch nicht gesagt, dass immer alles schön sein wird. Das wird es definitiv nicht. Denn ohne das hässliche könnten wir nicht sagen was wir schön finden. Wobei Schönheit immer Ansichtssache ist. Aber wir leben in einer Dualität. Es gibt immer von allem zwei Seiten. Ohne Licht keine Dunkelheit. Wie könnten wir die Dunkelheit erkennen, wenn wir kein Licht hätten? Es wird also immer positive und negative Dinge geben. Aber in welchem Grad möchte ich mich auf die Positiven und in welchem Grad möchte ich mich auf die negativen Dinge konzentrieren? Ich kann mir das Leben zur Hölle machen, indem ich nur das negative sehe. Oder ich lege meinen Fokus auf die kleinen Wunder die in jedem Moment geschehen.

Jedes Mal, wenn dir etwas Schönes, etwas Befriedigendes geschieht, dann erkenne den Augenblick. Wenn du über die Straße gehst und jemand lächelt dich an, dann spüre die Freude darüber, dass dich jemand grüßt. Er hat dich gesehen und ist nicht mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Er hat dich wahrgenommen und schenkt dir für ein paar Sekunden seine Aufmerksamkeit. Wenn du in deiner negativen Welt versunken bist, wirst du solch eine Begegnung nie haben. Auch wenn sie jeden Tag geschieht. Du kannst sie nicht sehen, weil dein Fokus auf dein Jammertal konzentriert ist. Lächel selber mal ein paar Leute an und du wirst sehen, das sie beim gehen schlafen. Sie sind in ihre Welt versunken und bekommen nichts mit. Sie laufen wie Roboter über die Straße. Probier es aus!

Beginne ab sofort damit, wach zu sein. Werde dir wieder der Sonne, den Sternen, dem Mond bewusst. Hör auf die Vögel, auf das rascheln der Blätter. Genieße jeden Augenblick der dich mit Freude erfüllt. Es gibt unendlich viele davon. Such dir was aus. Entscheide dich wieder schöne Sachen wahrzunehmen. Ein Kind lächelt dich auf der Straße an oder du hörst schöne Musik an einer Straßenecke. Genieße diesen Moment und versinke für einen Moment darin. Lass dich davon komplett erfüllen. Spüre die frische Brise um deine Nase herum, wenn der Wind aufkommt. Spüre die Sonne auf der Haut, wenn die Strahlen dich berühren. Kostet den Moment komplett aus.

Wenn du am Morgen damit beginnst, wird es dich bis zum Abend begleiten. Und so etwas sammelt sich an. Du wirst immer weiter die schönen Momente suchen und dich nicht mehr mit den negativen Dingen beschäftigen. Etwas wird sich in dir verändern. Wenn du zum erst mal spürst, dass es möglich ist, die schönen Dingen wieder wahrzunehmen, dann wird dir auch bewusst werden, in welch dunklem Tal du dich zuvor aufgehalten hast. Von da an, wird man die Welt mit anderen Augen betrachten. Und das nur, weil man den Fokus verändert hat! Es ist wie ein Wunder. Plötzlich wird das älteste Haus zum Palast. Das kleinste Auto macht einem die größte Freude.

Wo immer Befriedigung zu finden ist, mache sie dir bewusst! Achte auf das Schöne und vergiss das negative. Eines Tages wird der Moment kommen, wo sogar das Hässliche zum Schönen wird. Schau auf die schönen Moment und es wird ein Moment kommen, wo es nichts mehr gibt, was du Unglücklich oder Hässlich nennen könntest. Es gibt dann keinen unglücklichen Moment mehr, weil der unglückliche Mensch verschwunden ist.

Das Beurteilen erkennen.

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Im Zen Buddhismus heißt es, dass das Denken eine Verunreinigung der absoluten Wahrheit im „ursprünglichen Gesicht“ ist.

Was ist mit „ursprünglichem Gesicht“ gemeint?

Es ist das Gesicht das du hattest bevor dir die Umwelt, die Gesellschaft beigebracht hat, eine bestimmt Rolle zu spielen. Es ist das Gesicht das du vor deiner Geburt und nach deinem Tod haben wirst. Es ist unschuldig und rein. Es hat kein Verlangen und kein Bemühen. Es ist natürlich und vollkommen. Hierbei geht es nicht um das Gesicht als solches, sondern um die Rolle, das Gesicht das wir nach aussen hin wiedergeben. Das was wir den anderen Menschen zeigen, damit sie uns akzeptieren. Wir müssen uns der Gesellschaft anpassen, damit wir nicht aus der Rolle fallen.

Schon als Kind versuchen wir herauszufinden, wie wir etwas erreichen können. Wie muss ich lächeln, damit ich von Mama einen Lutscher bekomme. Wie muss ich mich benehmen, damit ich von meiner Umwelt akzeptiert werde. Welches Verhalten muss ich an den Tag legen, damit ich wahrgenommen werde. Welche Anstrengung ist nötig, damit ich in diese Gesellschaft passe? Die unechten Gesichter sind nötig, damit wir in dieser Welt zurecht kommen? Die Welt scheint wie ein großes Schauspielhaus. Wir sind alle Schauspieler die ihre Rolle spielen. Es scheint ein interessantes und abwechslungsreiches Stück zu sein. Doch eines Tages wird die Langeweile kommen und man hat keine Lust mehr sich zu verstellen. Man will nicht mehr der liebe Nachbar von nebenan sein. Man will nicht mehr immer freundlich und nett sein. Man will einfach mal liegen bleiben, nicht den Rasen mähen. Einfach mal was anders machen.

Wie kann es zu so etwas kommen? Was passiert da?

Das ursprügliche Gesicht sucht sich immer energischer einen Weg zum wahren Ausdruck. Alles Unterdrückte kommt irgendwann hoch und möchte sich zeigen. Du kannst nicht mehr vortäuschen das zu sein, was du nicht bist. Unterdrücken ist leicht, authentisch zu sein ist schwer. Mit einem gespielten Gesicht ist es leichter und bequemer sich in der Welt zu bewegen. Hier und dort ein paar kleine Schauspielkünste und schon ist der Tag gerettet. Der Schauspieler wird immer größer, die Rolle immer automatischer. Es ist schon gar nicht mehr so schwer zu spielen. Die Rolle ist einem auf den Leib geschrieben. Doch das wahre Gesicht taucht immer tiefer ab und die Kluft zwischen deinem echten Sein und dem gespieltem Sein wird immer größer. Zugleich wird das innere Leid, die Unzufriedenheit und die Schuldgefühle immer stärker. Je länger man die Rolle aufrecht erhalten muss, um so unglücklicher wird man. Es ist eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang.

Kleine Babys und Kinder sind so schön, weil in ihnen noch keine Gespaltenheit zu sehen ist. Sie sind vollkommen. Haben noch keine Verhaltensregeln auferlegt bekommen. Sie sind einfach wie sie sind. Es ist ihnen nicht mal bewusst, dass sie eines Tages in Gut und in Schlecht denken werden. Beides ist für sie noch völlig unreal, es existiert einfach nicht. Sie haben noch nicht in den Apfel gebissen. Der Verstand hat noch keinen Besitz von ihnen ergriffen. Aber er wird geweckt werden…

Gezwungendermaßen muss das Kind jedoch erzogen werden. Die Eltern greifen ein und es wird lernen müssen sich richtig zu verhalten. Die oder das nicht zu tun. Es muss lernen sich der Gesellschaft anzupassen. Und die Gesellschaft ist schon sehr alt, sie existiert schon ewig und es gibt Verhaltensregeln die nun für alle Menschen gleich gelten. Wer es nicht tut, braucht schon eine gehörige Portion Mut um einige Dinge anders machen zu können.

„Tu dies, oder mach das so“. Das Kind wird Dinge tun müssen, die es eigentlich vielleicht gar nicht machen möchte. Das echte Kind will vielleicht gar nicht irgendwas tun müssen. Es hat vielleicht gar nicht den Wunsch das zu machen. Wir setzen Dinge durch die dem Kind eigentlich widerstreben. Aber es wird lernen sich anzupassen. Was soll es auch anders tun. Es muss sich anpassen. Ansonsten könnte es sogar sein, dass die eignen Eltern das Kind nicht mehr verstehen. „Wir haben versucht ihm alles beizubringen, aber es hört einfach nicht“.

Oder es möchte vielleicht etwas tun, was aber „verboten“ ist. „Faß das nicht an“, „Leg das wieder hin“.“Hör auf zu weinen“. „Zieh dir eine Hose an“ usw…

Würde das Kind sich durchsetzten, und das tun immer mehr Kinder, würde es nicht mehr in die Gesellschaft passen. Es wäre schwierig für das Kind.

Warum ist das schwierig?

Weil die ganze Gesellschaft eine Schauspielaufführung darstellt. Jeder macht mit und hält sich so gut es geht an seine Rolle. Jemand der tut was er möchtet, ist hier nicht willkommen. Jemander der nicht arbeiten mag, kommt in dieser Welt nicht zurecht. Aber er muss arbeiten. Jeder arbeitet. Wichtig ist zu verstehen, dass es hier nicht darum geht, wie die Welt wäre wenn keiner arbeiten würde. In unserem Bewusstsein ist vielleicht noch keine Vorstellung von einer Welt ohne Arbeit! Zumindest scheint es so.

Authentische Menschen haben es schwer sich durchzusetzen. Sie brauchen sehr viel Mut um ein glückliches und authentisches Leben zu führen. Wir werden praktisch in dieses System hinein geboren.Aber wie geht es mit unserem Kind weiter, dass nun von den Eltern gelernt hat, wie es sich am besten verhält. Auch wenn es damit nicht ganz zufrieden scheint.

Wenn die Kinder erwachsen werden, werden sie selbst Kinder bekommen und dazu beitragen, dass sie ebenfalls unecht werden. Sie werden in das gleiche System geboren. Die gleichen Regeln, das gleiche Verhalten. Da ist nicht viel Platz für eigene Kreativität, für eigenen Ausdruck, für ein authentisches Wesen. Das ist die Verunreinigung der absoluten Wahrheit.Die Wahreit, das unschuldige Selbst, der ungescholltene Ausdruck des Seins hat eine Maske bekommen. Sie liegt auf dem ursprünglichem Gesicht.

Doch selbst diejenigen die das falsche Gesicht entdecken, denen das ganze Schauspiel eines Tages bewusst wird, werden ein weiteres falsches Gesicht aufsetzen. Jetzt werden sie vielleicht Hippies, Vegetarier, Yogis oder sie werden der Welt entsagen. Sie werden sich sagen, jetzt weiß ich was ich zu tun habe und wer bin. Ein neues Ideal ist gefunden. Es ist bestimmt besser und ich werde ein besserer Mensch sein. Ich bin nicht wie die anderen. Sie sind falsch und ich bin richtig. Doch auch dieses Gesicht entsteht nur auf Grundlage der anderen Gesichter. Es ist ein Reaktion auf das falsche Gesicht. Der Verstand ist geschickt und sucht sich seinen eignen Weg.

Was kann man also tun???

In Wahrheit gibt es nicht zu erringen oder zu verändern. Jede Veränderung bringt wieder etwas anderes hevor und man versucht immer noch die Dinge zu regeln. Das wahre Gesicht ist nichts, was man erreichen könnte. Es ist schon immer da. Es kann nur entdeckt werden. Man muss es finden. Jede Anstrengung ist unnötig. Die falschen Gesichter müssen abfallen, so dass nur noch das wahre Gesicht übrig bleibt.

Meditation ist ein Weg um die falschen Gesichter fallen zu lassen. Bei der Meditation ist es wichtig, ohne Gedanken zu sein. Denn ohne Gedanken gibt es kein falsches Gesicht. Ohne Gedanken ist die Gesellschaft überhaupt nicht da. Ohne Gedanken ist ein anderer gar nicht da. Selbst wenn du mit 1000 Leuten gemeinsam meditierst, kommst du irgenwann an einen Punkt wo du ganz alleine bist. Alle anderen sind verschwunden. Wem will man da noch irgendein Gesicht zeigen? Welche Rolle ist noch nötig die gespielt werden muss? In dieser Lücke, wo alles andere verschwindet, wo der eine Gedanke weg ist und der andere noch nicht aufgetaucht ist, dort entdeckst du dein wahres Gesicht.

Deshalb ist es so wichtig, sich der eigenen Gedanken bewusst zu werden. Sie sind einfach da wie Wolken am Himmel. Beurteile ihr auftauchen nicht. Sei wie ein Zuschauer der aus dem Fenster in den Himmel schaut. Wenn du anfängst etwas verändern zu wollen, wirst du neue Gedanken erzeugen. Wenn du akzeptierst wirst du vom Gedankenprozess weggetragen. Du verfängst dich in ihnen und es wird schwer dort raus zu kommen. Daher sei neutral, beurteile nicht. Bleibe Zeuge und beobachte was abläuft. Beurteile nicht mit: „Das ist gut und das ist jetzt richtig.“ Sage nicht das müsste doch falsch sein oder ich schaffe das nicht. Beurteile gar nichts mehr. Bleibe der Beobachter. Erkenne jedes Beurteilen als das was es ist, ohne es ändern zu wollen. Wenn du ihm keine Energie gibst, wird es von alleine verschwinden. Gib den Gedanken kein Futter mehr. Wenn du die Gedanken weiter mit deinen Beurteilungen und Verurteilungen  fütterst, können sie nicht von dir abfallen. Warum sollten Sie auch. Du bist ein gutes Muttertiert. Du nährst nicht nur deine eigenen Gedanken, du ziehst auch die Gedanken der anderen an. Jeder hat dir was zu erzählen, weil du so schön mitdenkst.Du bist wie eine große Mülldeponie die Gedanken sammelt und sich dann damit beschäftigt. Aber selbst dann, wenn du das erkannst hast, wirst du dich oder die anderen verurteilen.

Beurteile nicht. Lass eine Pause zwischen deinen Gedanken entstehen. Halte einfach an. Wenn du eine Blume anschaust, sagst du „Oh wie schön diese Blume ist“ Du hast sie mit deinem Blick schon bewertet. Es ist gar keine Pause zwischen dem Schauen und dem Denken da. Achte auf diesen mechanischen Vorgang. Zur gleichen Zeit wo man eine andere Person sieht, ist das Urteil schon gefallen. Man kann gar nicht mehr anders. Es war nichtmal eine Sekunde dazwischen. Kein Innehalten, keine Nachspüren, kein wirken lassen. Erkenne diesen mechanischen Ablauf und betrachte ihn nicht als gegeben an!

Wenn du einen sexuellen Gedanken hast, dann beobachte genau ob du ihn mit gut oder schlecht beurteilst. Vielleicht siehst du eine schöne Frau und hast sexuelle Gedanken, vielleicht siehst du ein hässliche Frau und denkst um Gottes willen. Beobachte deine andauernde Sucht zu beurteilen, zu vergleichen und verurteilen. Lass die Gedanken einfach so sein wie sie sind. Unterdrücke nicht und springe auch nicht darauf an. Bleib neutral und beobachte.Du bist nicht deine Gedanken. Du bist der Beobachter.

Wenn du irgendwelche göttlichen Wesen siehst, dann sage nicht „Oh wie schön“. Beobachte einfach weiterhin und bleibe innerlich neutral. Steige nicht drauf ein, bleibe der Zeuge, der Beobachter, derjenige der das alles erkennt ohne es zu bewerten. Sei das Bewusstsein selbst.

Du kannst einen kleinen Trick anwenden. Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass immer wenn du denkst, sich deine Zunge mitbewegt. Es ist eine ganz kleine Bewegung. Selbst jetzt bei lesen ist es vielleicht spürbar. Lies mal weiter, ohne deine Zunge zu bewegen. Lenke einen Teil der Aufmerksamkeit auf deine Zunge. Wenn dir deine Gedanken nicht auffallen, wird dir vielleicht die Bewegung der Zunge auffallen. Beobachte die Bewegung der Zunge und die deiner Gedanken. Beides findet zur gleichen Zeit statt. Ohne Bewegung der Zunge, keine Bewegung im Geist. Halte die Zunge an und du hälst für einen Moment deine Gedanken an.

Wenn du es schaffst nur eine winzige Lücke zwischen den Gedanken zu erkennen, dann wirst du ein anderer Mensch sein. Eine neue Ebenen hat sich dir eröffnet. Du hast etwas entdeckt, was tief in dir ist. Du bist einem Teil in dir begegnet, der dein wahres Wesen ist, dein wahres Gesicht, dein innerer Budhha. Dir geht ein Licht auf. Von nun an wirst du alle Gedanken verfolgen und erkennen können. Erst die groben und ganz alten Gedanken, die dich jeden Tag aufs neue beschäftigen. Später werden sie immer subtiler werden und irgendwann sind sie gar nicht mehr so wichtig, weil es eh immer die gleichen sind. Übe es jeden Tag!

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