In zweien meiner Meditationskurse kam diese Woche die Frage auf, warum sich nicht wesentlich mehr Leute für die Meditation interessieren. Immer wenn Sie erzählen, dass sie meditieren, sagen die anderen dafür hätten sie keine Zeit und so etwas könnten sie ganz bestimmt nicht. Wenn wir den menschlichen Geist verstehen gelernt haben, dann finden wir die Antwort ganz leicht. Ganz wichtig, ich spreche hier nicht über den Geist des anderen, sondern über unseren Geist. Den Geist der uns allen innewohnt.

Selbst wenn es nicht um Meditation gehen würde, sondern um irgendein anderes Thema, dann schieben manche Menschen gern die mangelnde Zeit als Grund für Etwas vor. Dabei stehen uns allen doch 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Wie kann da mangelnde Zeit ein Grund sein? Oder kennst du jemanden, der weniger als 24 Stunden zur Verfügung hat? Ich kenne niemanden.

Natürlich kann es niemals um Zeit gehen. Es geht um Prioritäten. Um das, was einen mehr oder weniger interessiert. Und tatsächlich können sich nicht alle für das Gleiche interessieren. Außer eine Werbung ist geschickt genug gemacht, um das Interesse einer ganzen Gesellschaft auf etwas zu lenken. Zurzeit funktioniert das noch über´s Radio und Fernsehen. Aber im Zeitalter von Handy & Co. werden die Menschen immer individueller in ihren Wünschen und jedes Unternehmen ist daran interessiert, herauszufinden was dich persönlich begeistert. Und dann werden diese Informationen auf deinen persönlichen Kommunikator gesendet und als wäre es Schicksal des Universums, taucht plötzlich genau das auf deinem Display auf, was du gesucht hast. Ein Wunder 😉 Bitte bleib wach und aufmerksam genug um nicht zu vergessen, dass Technik dahinter steckt!

Die Möglichkeiten das zu finden was du suchst, werden immer schneller, weil die Technik immer besser wird. Deine Wünsche werden immer schneller erfüllt, weil es Suchmaschinen gibt die dir zeigen, wo du es findest. Du suchst einen Partner? Dann such dir halt einen im Katalog der Partnervermittlungen aus. Davon haben wir alle unbewusst geträumt und schlaue Leute haben diese Idee umgesetzt. Heute geht das alles ganz einfach. Und weil alles so schnell zu haben ist, hat unser Geist das als Realität akzeptiert. Und so glauben wir, dass sich jeder Wunsch immer schneller erfüllt. Der Geist hat sich dran gewöhnt und es zu seiner eigenen Realität gemacht. Alles was wir andauernd wiederholen sickert ins Unterbewusstsein und wird zur Gewohnheit und damit für uns zur Realität. Wie bei einem Mantra, einer Affirmation die du ständig wiederholst. Oder wie das Autofahren. Wenn du 3 Monate gefahren bist, denkst du über Kupplung, Bremsen und Gas nicht mehr nach. Dein Unterbewusstsein übernimmt diese Aufgabe und dein Alltagsbewusstsein kann sich mit anderen Dingen beschäftigen. Eigentlich fährt das Unterbewusstsein das Auto, damit dein normales Bewusstsein auf den Verkehr achten kann. Wenn dein normales Bewusstsein aber mit dem Handy beschäftigt ist, dann wird es kritisch 😉 Achte also gut darauf, was du regelmäßig wiederholst und dann in dein Unterbewusstsein gelangt.

In meinem Verständnis von Meditation und in unserer Meditationsschule (ich sag das, weil ja nicht jeder das gleiche Verständnis von Meditation haben muss) benutzen wir unser „normales“ Bewusstsein um wahrzunehmen, was uns zur Gewohnheit geworden ist, was sich zum Eigenleben entwickelt hat, wo wir nicht mehr genau hinschauen und wo wir uns dann wundern, warum uns dies oder jenes andauernd widerfährt. Es ist ein Bewusstwerdungskurs um wieder aufmerksamer auf dich selbst zu werden. Um wieder zu dir zu finden, damit du nicht unter einer Masse von Zombies rumläufst, die alle schlafen und es gerade mal ohne Unfall nach Hause schaffen, um dann zu essen und rechtzeitig schlafen zu gehen, damit sie am nächsten Tag wieder das gleiche tun können. Und auch hier sickert die Gewohnheit ins Unterbewusstsein, wird zur Realität und plötzlich sind 40 Jahre vergangen und man wünscht sich, dass man doch mal was verändert hätte. Das Leben ist unbegrenzte Seligkeit und dennoch kommt es vielen wahnsinnig langweilig vor. Es ist wirklich schade, wenn die Menschen auf Sparflamme leben und nicht aus ihren vollen schöpfen.

Das ist kein persönlicher Angriff oder Vorwurf. Bitte verstehe, dass es der uns innewohnender Geist ist, der so tickt und den du vielleicht noch nie richtig unter die Lupe genommen hast. Der Geist ist wie ein Muskel den du für dich benutzen kannst. Wie ein Werkzeug das du benutzt, um etwas aufzubauen. Er ist sehr kraftvoll, aber auch sehr sensibel und empfindlich. Er muss gut gepflegt und regelmäßig gereinigt werden. Er ist stark und machtvoll und zugleich leicht zu beeinflussen, sensibel und scheu. Auf Unruhe, Lärm, Stress, Disharmonie und Gewalt reagiert er sehr empfindlich und es kann sein, dass du einige Tage damit zu tun hast, um wieder klar zu werden. Andauerndes grübeln, negative Gedanken, Sorgen, Ängste, klagen, jammern, verurteilen, beeinflussen dein Innerstes und deinen Geist. Er bekommt es regelrecht mit der Angst zu tun. Deine Umgebung nimmt dich als ängstlich wahr und reagiert natürlich entsprechend.

Mit einem sensiblen und untrainierten Geist, kann man leicht seine freudige Natur vergessen und nicht selten findet man sich in einer dunklen Realität wieder, von der man gehofft hat, dass sie einem das erfüllt, wonach man gesucht hat. Das funktioniert ja scheinbar auch, aber nur solange du Strom hast! Oder noch realer; nur solange du Lebensenergie hast! Und die darfst du nicht vergeuden, denn wenn wir über Zeit sprechen, dann läuft sie für uns alle seit unserer Geburt rückwärts! Und dann ist es Piepsegal, was du alles besessen oder gedacht hast, weil nicht der Besitz oder das Denken dich glücklich gemacht hat, sondern das Gefühl das du hattest, weil du dies oder jenes getan hast. Das Gefühl hat dich glücklich gemacht. Das Gefühl es tun zu können, der Spaß, die Freude, die Lust, dein Sein, dass sind deine wirklichen Besitztümer. Die Fähigkeit zu leben, zu existieren, zu sprechen, zu handeln, zu wählen, zu hören, zu sehen, zu denken, zu entscheiden, zu gehen, zu tanzen, zu lachen, zu jammern, zu trauern, zu fühlen! Die Existenz überhaupt ist das Wertvollste das du besitzt. Wenn du in tiefer Meditation bist, dann kannst du deine Existenz fühlen. Dann ist kein Verstand da. Kein Gedanke, kein Denker, kein Besitz, kein Besitzer. Wenn du in der Tiefe deines Seins etwas gefunden hast, dass keinen Anfang und kein Ende hat, etwas das niemals anfängt und niemals aufhört, dann erkennst du die Illusion von Zeit und weißt was Mangel wirklich bedeutet.

Wenn du wirklich Zeitmangel spürst, dann solltest du diesen Hinweis ernst nehmen und anfangen Prioritäten zu setzen. Und wenn dir jemand erzählt, dass er meditiert oder sonst was macht, dann kannst du dich Fragen, warum dir das ausgerechnet jetzt begegnet, wo du keine Zeit hast. Und wenn du dann Eins und Eins zusammenziehst, dann könnte dir bewusst werden, dass du ja bereits ausstrahlst, dass du auf der Suche nach Zeit für dich bist und die Lösung vielleicht gerade vor dir steht. Wenn du jedoch keinen Zugang zu deinem eigenen Inneren hast, dann wird diese Gelegenheit einfach an dir vorüberziehen und deine alte Gewohnheit, nämlich ständig beschäftigt zu sein, wird wieder an die erste Stelle im Bewusstsein treten. Von da aus, ist es dann natürlich wieder schwierig Lücken zu erkennen, die auf Zeit für dich hindeuten.

Um das einigermaßen hinzubekommen kann es hilfreich sein, in die Stille zu gehen. Die Gedanken zu sortieren, Ordnung zu schaffen und sich über die wahren Absichten bewusst zu werden. Dann üben wir die Konzentration, um das Ziel vor dem geistigen Auge halten zu können. Wir üben die Achtsamkeit, damit wir sorgsam mit uns umgehen und eine gesunde Ausgewogenheit für Körper, Geist und Seele finden, wir üben aufmerksam zu sein, damit wir die gesamten inneren und äußeren Prozesse beobachten und entsprechend reagieren können. Wir lernen den Unterschied zwischen Emotion und Gefühl kennen und trennen positive von negativen Gedanken.

All das ist neben dem Denken, auch noch in dir vorhanden und kann genutzt werden.

Viel Freude dabei!

Karsten Spaderna

www.meditationsschule.eu

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